Erneuerungsbeschichtung

Erneuerungsbeschichtung ist mehr als nur ein neuer Anstrich – sie erfordert eine grundlegend andere Herangehensweise als die Erstbeschichtung, da der bestehende Altanstrich berücksichtigt werden muss. Dieser Beitrag erklärt die besonderen Anforderungen, wo Erneuerungsbeschichtungen typisch sind und worauf bei der Ausführung zu achten ist.

Was ist eine Erneuerungsbeschichtung?

Eine Erneuerungsbeschichtung ist ein neuer Anstrich auf einer bereits vorbeschichteten Fläche – im Gegensatz zur Erstbeschichtung (siehe Erstbeschichtung) auf unbehandeltem Untergrund. Die zentrale Herausforderung liegt in der Systemverträglichkeit zwischen Alt- und Neubeschichtung sowie der fachgerechten Bewertung des Zustands der vorhandenen Schicht.

Warum die Verträglichkeitsprüfung entscheidend ist

Unterschiedliche Bindemittelsysteme können chemisch unverträglich sein – etwa wenn eine lösemittelbasierte Farbe auf einer alten Dispersionsfarbe erweichende Effekte hervorruft. Ein Verträglichkeitstest auf einer kleinen, unauffälligen Stelle vor der Gesamtausführung deckt solche Probleme frühzeitig auf, bevor sie sich auf der gesamten Fläche zeigen.

Wo Erneuerungsbeschichtungen typisch sind

Renovierung bestehender Wohnräume

Der weitaus größte Teil aller Malerarbeiten im Bestand sind Erneuerungsbeschichtungen auf bereits gestrichenen Flächen.

Fassadensanierung im Bestand

Bei Fassaden muss der Zustand des Altanstrichs (Kreidung, Risse, Haftung) vor der Neubeschichtung sorgfältig bewertet werden.

Industrielle Wartungsbeschichtung

Korrosionsschutzsysteme auf Stahlkonstruktionen benötigen regelmäßige Erneuerungsbeschichtungen, um die Schutzwirkung dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Richtige Ausführung

  • Zustand des Altanstrichs bewerten: Kreidung, Risse und Haftfestigkeit vor der Systemwahl prüfen
  • Verträglichkeitstest durchführen: Neue Farbe auf kleiner, unauffälliger Stelle testen, bevor die Gesamtfläche gestrichen wird
  • Schwach haftende Bereiche vorab entfernen: Lose oder abblätternde Altbeschichtung muss vor dem Neuanstrich entfernt werden
  • Bei Farbwechsel auf Deckkraft achten: Durchschlagen (siehe Durchschlagen) bei starkem Farbkontrast einkalkulieren

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Erneuerungsbeschichtung vs. Erstbeschichtung

Erstbeschichtung (siehe Erstbeschichtung) erfolgt auf unbehandeltem Untergrund ohne Vorbelastung durch Altanstriche, während Erneuerungsbeschichtung immer die Berücksichtigung des bestehenden Systems erfordert.

Erneuerungsbeschichtung vs. Ablösen

Ablösen (siehe Ablösen) ist ein Schadensbild, das bei der Zustandsbewertung vor einer Erneuerungsbeschichtung berücksichtigt werden muss, da betroffene Bereiche vorab entfernt werden müssen.

Sicherheit, Lagerung und Entsorgung

Arbeitsschutz

Bei Altbeschichtungen vor 1989 kann Bleifarbenverdacht bestehen – vor Schleif- oder Abbeizarbeiten entsprechend prüfen und Staubmaske sowie Handschuhe verwenden.

Lagerung

Neue Beschichtungsmaterialien nach Herstellerangabe lagern, meist frostfrei und dicht verschlossen.

Entsorgung

Entfernte Altbeschichtungsreste je nach Schadstoffgehalt über Bauschutt oder Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Verträglichkeitstest zwischen Alt- und Neubeschichtung

Häufig gestellte Fragen

Unterschiedliche Bindemittelsysteme können chemisch unverträglich sein, was sich frühzeitig auf einer kleinen Testfläche zeigt.

Ja, schwach haftende oder abblätternde Bereiche müssen vor dem Neuanstrich entfernt werden.

Erstbeschichtung erfolgt auf unbehandeltem Untergrund, Erneuerungsbeschichtung muss den bestehenden Altanstrich berücksichtigen.

Ja, besonders bei starkem Farbkontrast zwischen Alt- und Neuanstrich sollte das einkalkuliert werden.

Abhängig vom System und der Beanspruchung – regelmäßige Wartungsintervalle sind bei Stahlkonstruktionen üblich.

Je nach Schadstoffgehalt über Bauschutt oder Schadstoffsammelstelle.

Ähnliche Beiträge