Hochdruckspritzen

Hochdruckspritzen ist neben Airless eines der beiden gebräuchlichen Spritzverfahren – wer nur Airless kennt, verpasst eine Technik, die bei bestimmten Anwendungen klare Vorteile bietet. Dieser Beitrag erklärt das Funktionsprinzip, wofür Hochdruckspritzen eingesetzt wird und worauf bei der Verarbeitung zu achten ist.

Was ist Hochdruckspritzen?

Hochdruckspritzen (auch „luftunterstütztes Airless“ oder „Air-Mix“ genannt) kombiniert die Zerstäubung durch hohen hydraulischen Druck mit einer zusätzlichen Luftunterstützung an der Düse – im Unterschied zum reinen Airless-Verfahren (siehe Airless), das ohne Luftzufuhr arbeitet. Diese Kombination erzeugt eine feinere, gleichmäßigere Zerstäubung bei geringerem hydraulischem Druck.

Warum die Luftunterstützung feinere Oberflächen ermöglicht

Die zusätzliche Luftzerstäubung an der Düsenspitze zerteilt den Farbstrahl feiner als reines Airless-Spritzen – dieser physikalische Effekt reduziert die Tröpfchengröße und erzeugt eine glattere, gleichmäßigere Oberfläche, allerdings auf Kosten eines höheren Oversprays im Vergleich zu reinem Airless.

Wofür Hochdruckspritzen eingesetzt wird

Hochwertige Möbel- und Fahrzeuglackierung

Wo eine besonders glatte, streifenfreie Oberfläche gefordert ist, bietet Hochdruckspritzen oft bessere Ergebnisse als reines Airless.

Dünnschichtige Lackierungen

Bei Anwendungen, die eine sehr feine, kontrollierte Materialauftragung erfordern, ist die zusätzliche Luftzerstäubung von Vorteil.

Kleinere Flächen mit hohem Qualitätsanspruch

Für kleinere, detailreiche Bauteile eignet sich Hochdruckspritzen oft besser als das für große Flächen optimierte Airless-Verfahren.

Eine praxisnahe Übersicht mit Geräteempfehlungen und Anwendungstipps für unterschiedliche Lackierarbeiten bietet der Ratgeber zu Hochdruckspritzgeräten.

Wer darüber hinaus die Unterschiede zwischen Airless-, HVLP- und elektrostatischen Sprühsystemen im Detail verstehen möchte, findet das in einem ausführlichen Profi-Guide zum Hochdruckspritzen von Lack.

Richtige Verarbeitung

  • Ausreichende Abdeckung wegen höherem Overspray: Größerer sprüh-Nebel als bei reinem Airless einkalkulieren
  • Konstanten Spritzabstand einhalten: Beeinflusst die Gleichmäßigkeit der feinen Zerstäubung
  • Atemschutz konsequent verwenden: Der feinere Sprühnebel erhöht die Einatmungsgefahr
  • Geräteeinstellungen an Material anpassen: Druck- und Luftzufuhr-Balance je nach Viskosität des Beschichtungsstoffs optimieren

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Hochdruckspritzen vs. Airless

Airless (siehe Airless) arbeitet rein hydraulisch ohne Luftunterstützung und erzeugt weniger Overspray, während Hochdruckspritzen durch zusätzliche Luftzerstäubung feinere Oberflächen bei höherem Materialverlust ermöglicht.

Hochdruckspritzen vs. Auftragsverfahren allgemein

Auftragsverfahren (siehe Auftragsverfahren) ist die übergeordnete Entscheidungsfrage zwischen manuellen und maschinellen Techniken, Hochdruckspritzen eine spezifische maschinelle Methode innerhalb dieser Auswahl.

Sicherheit, Lagerung und Entsorgung

Arbeitsschutz

Der feinere Sprühnebel erfordert konsequenten Atemschutz und ausreichende Belüftung – höhere Einatmungsgefahr als bei reinem Airless.

Lagerung

Geräte nach Herstellerangabe gereinigt und trocken lagern.

Entsorgung

Materialreste je nach Produktbasis über Hausmüll oder Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Hochdruckspritzen einer Möbelfläche

Häufig gestellte Fragen

Airless arbeitet rein hydraulisch, Hochdruckspritzen nutzt zusätzliche Luftunterstützung für feinere Zerstäubung.

Die feinere Zerstäubung durch Luftunterstützung erzeugt einen größeren Sprühnebel als reines Airless.

Für hochwertige Möbel- oder Fahrzeuglackierung mit besonders glatter Oberfläche.

Ja, der feinere Sprühnebel erhöht das Einatmungsrisiko im Vergleich zu Airless.

Weniger gut als Airless – bei großen Flächen ist der höhere Materialverlust wirtschaftlich nachteiliger.

Je nach Produktbasis über Hausmüll oder Schadstoffsammelstelle.

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