Durchbluten ist ein spezifischer Fall des allgemeineren Durchschlagens, der vor allem bei bestimmten Farbwechseln vorhersehbar auftritt – wer die Ursache kennt, kann das Problem gezielt vermeiden statt es später zu reparieren. Dieser Beitrag erklärt den chemischen Hintergrund, wo Durchbluten typischerweise auftritt und wie es sich vorbeugend vermeiden lässt.
Was ist Durchbluten?
Durchbluten bezeichnet das Durchscheinen intensiver, meist roter oder dunkler Pigmente einer Untergrundfarbe durch eine neu aufgetragene, hellere Deckschicht – verursacht durch Lösemittel oder Wasser, die geringe Mengen des alten Pigments anlösen und in die neue Schicht hinein transportieren. Anders als Durchschlagen (siehe Durchschlagen), das ein reines Kontrast-Deckungsproblem ist, handelt es sich bei Durchbluten um eine tatsächliche Pigmentwanderung.
Warum bestimmte Pigmente besonders anfällig sind
Organische Rotpigmente (etwa manche Azo-Pigmente) sind in Lösemitteln oder sogar in Wasser geringfügig löslich – diese chemische Eigenschaft ermöglicht das Durchbluten, während anorganische, chemisch stabilere Pigmente wie Eisenoxide (siehe Pigmente) deutlich seltener durchbluten.
Wo Durchbluten typischerweise auftritt
Überstreichen kräftiger Rottöne
Signalrot, Bordeaux oder ähnlich intensive Rottöne sind klassische Kandidaten für Durchbluten bei nachfolgenden hellen Anstrichen.
Lösemittelbasierte Neubeschichtung
Lösemittelhaltige Deckfarben lösen anfällige Pigmente stärker an als wasserbasierte Systeme, was das Risiko für Durchbluten erhöht.
Dünnschichtige Deckanstriche
Je dünner die neue Deckschicht, desto leichter kann angelöstes Pigment bis zur Oberfläche vordringen und sichtbar werden.
Vorbeugung und Behebung
- Isoliergrundierung bei kritischen Farbtönen verwenden: Spezielle Sperrgrundierungen blockieren die Pigmentwanderung zuverlässig
- Bei Verdacht Testfläche streichen: Kleine Musterfläche vor der Gesamtfläche prüfen
- Ausreichende Deckschichtdicke sicherstellen: Dünne Anstriche erhöhen das Durchblutungsrisiko
- Bei bereits sichtbarem Durchbluten: Fläche mit Isoliergrundierung behandeln und erneut überstreichen
Abgrenzung zu ähnlichen Schadensbildern
Durchbluten vs. Durchschlagen
Durchschlagen (siehe Durchschlagen) ist der allgemeinere Begriff für sichtbaren Untergrundkontrast durch unzureichende Deckkraft, während Durchbluten spezifisch eine chemische Pigmentwanderung meint.
Durchbluten vs. Ausbluten
Ausbluten (siehe Ausbluten) betrifft Substanzen aus dem Holzuntergrund selbst, während Durchbluten spezifisch Pigmentwanderung aus einer Altfarbschicht bezeichnet.
Sicherheit, Lagerung und Entsorgung
Arbeitsschutz
Isoliergrundierungen können lösemittelhaltig sein – für ausreichende Belüftung sorgen und Sicherheitsdatenblatt des Produkts beachten.
Lagerung
Isoliergrundierungen frostfrei und dicht verschlossen lagern.
Entsorgung
Reste je nach Produktbasis über Hausmüll oder Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Häufig gestellte Fragen
Warum durchbluten manche Rottöne besonders häufig?
Organische Rotpigmente sind in Lösemitteln oder Wasser geringfügig löslich und können deshalb in die neue Schicht wandern.
Hilft eine normale Grundierung gegen Durchbluten?
Nicht zuverlässig – eine spezielle Isoliergrundierung ist notwendig, um die Pigmentwanderung zu blockieren.
Was ist der Unterschied zu Durchschlagen?
Durchschlagen ist ein Deckkraftproblem, Durchbluten eine tatsächliche chemische Pigmentwanderung.
Erhöht lösemittelbasierte Farbe das Risiko?
Ja, Lösemittel lösen anfällige Pigmente stärker an als wasserbasierte Systeme.
Sollte ich vor kritischen Farbwechseln testen?
Ja, eine kleine Testfläche vor der Gesamtfläche ist bei kräftigen Farbtönen empfehlenswert.
Wie entsorge ich Reste von Isoliergrundierung?
Je nach Produktbasis über Hausmüll oder Schadstoffsammelstelle.



