Pigmente sind eines der am häufigsten verlinkten Materialien im gesamten Lexikon – sie verleihen jeder Farbe nicht nur ihren Farbton, sondern beeinflussen auch Deckkraft, Lichtechtheit und viele weitere Eigenschaften. Dieser Beitrag erklärt die grundlegenden Materialtypen, wofür Pigmente eingesetzt werden und worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Was sind Pigmente?
Pigmente sind fein gemahlene, in Bindemittel unlösliche Farbstoffteilchen, die einer Beschichtung ihre Farbe und Deckkraft verleihen – im Gegensatz zu löslichen Farbstoffen bleiben Pigmente als diskrete Partikel im Bindemittel verteilt. Man unterscheidet anorganische Pigmente (meist mineralisch, wie Eisenoxide, hohe Lichtechtheit) und organische Pigmente (meist synthetisch, oft intensivere Farbtöne, aber teils geringere Lichtechtheit).
Warum die Pigmentvolumenkonzentration entscheidend ist
Das Verhältnis von Pigmenten zu Bindemittel im Farbfilm beeinflusst nahezu alle wichtigen Eigenschaften gleichzeitig – Glanzgrad (siehe Glanz Glanzgrad), Deckvermögen (siehe Deckvermögen) und Nassabrieb (siehe Nassabrieb) hängen alle stark von dieser Kenngröße ab. Eine hohe Pigmentkonzentration erhöht Deckkraft und Mattheit, kann aber die mechanische Widerstandsfähigkeit reduzieren.
Wofür Pigmente eingesetzt werden
Deckende Farbsysteme
In nahezu jeder deckenden Farbe sorgen Pigmente für die gewünschte Farbwirkung und Überdeckung des Untergrunds.
Historische Farbrekonstruktion
Bei der Restaurierung historischer Fassungen ist die Kenntnis ursprünglich verwendeter Pigmente wie Bleimennige (siehe Bleimennige) oder Berliner Blau (siehe Berliner Blau) für authentische Rekonstruktion wichtig.
Funktionale Zusatzeigenschaften
Manche Pigmente wie Bleichromat (siehe Bleichromat) wurden historisch nicht nur wegen der Farbe, sondern auch wegen zusätzlicher Materialeigenschaften eingesetzt.
Richtige Auswahl
- Lichtechtheit nach Anwendungsfall prüfen: Bei sonnenexponierten Flächen anorganische Pigmente bevorzugen
- Toxikologische Unbedenklichkeit sicherstellen: Historische, giftige Pigmente wie Bleimennige heute meiden
- Pigmentvolumenkonzentration mitbedenken: Beeinflusst Glanzgrad, Deckkraft und mechanische Eigenschaften gleichzeitig
- Systemverträglichkeit mit Bindemittel prüfen: Nicht jedes Pigment eignet sich für jedes Bindemittelsystem
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Pigmente vs. Pigmentierung
Pigmentierung (siehe Pigmentierung) beschreibt den Vorgang und das Ergebnis des Einfärbens mit Pigmenten, Pigmente selbst sind die verwendeten Farbstoffpartikel.
Pigmente vs. Bindemittel
Bindemittel (siehe Bindemittel) ist die filmbildende Komponente, die Pigmente auf der Oberfläche fixiert, während Pigmente selbst keine filmbildenden Eigenschaften besitzen.
Sicherheit, Lagerung und Entsorgung
Arbeitsschutz
Bei Pigmentpulver auf Staubbelastung achten, Staubmaske tragen. Historische, potenziell giftige Pigmente wie Bleiverbindungen erfordern besondere Vorsicht.
Lagerung
Trocken und dicht verschlossen lagern.
Entsorgung
Reste je nach Pigmenttyp über Hausmüll oder Schadstoffsammelstelle entsorgen, bei toxischen Pigmenten unbedingt fachgerecht.







