Schnelle Antwort
Parkett wird in drei bis vier Schleifgängen mit steigender Körnung bearbeitet — grob 40 oder 60, dann 80, dann 120, je nach Oberfläche abschließend 150. Danach folgt die Oberflächenbehandlung: Versiegeln mit Lack (zwei bis drei Schichten, Zwischenschliff zwischen den Schichten) oder Ölen (zwei Aufträge, dazwischen Zwischenschliff). Zwischen den Schleifgängen und den Beschichtungen liegen jeweils mehrere Stunden Trockenzeit. Ein geöltes Parkett ist später partiell nachpflegbar, ein versiegeltes nur als ganze Fläche.
Wann abgeschleift werden muss und wann nicht
Abgeschliffen wird, wenn die Oberfläche selbst nicht mehr zu retten ist:
- tiefe Kratzer und Druckstellen, die über die Oberflächenbehandlung hinausgehen
- abgelaufene Versiegelung mit grauen Stellen auf den Laufwegen
- Flecken durch Wasser, Urin, Tinte oder Rotwein, die in das Holz gezogen sind
- abblätternder Lack mit Feuchtigkeitsflecken darunter
- gewünschte Farb- oder Oberflächenänderung
Nicht geschliffen werden muss bei:
- stumpfer, aber intakter Oberfläche — hier genügt eine Renovierungsschicht
- einzelnen Kratzern — diese lassen sich partiell ausbessern
- geöltem Parkett mit gleichmäßigem Abrieb — hier reicht Nachölen
Wichtig ist die Holzsubstanz. Ein Parkett lässt sich je nach Nutzschichtdicke drei- bis fünfmal abschleifen. Bei einem Fertigparkett mit 2,5 mm Nutzschicht sind es realistisch zwei bis drei Durchgänge; danach liegt die Trägerplatte frei. Was beim Versiegeln chemisch passiert, erklärt Parkettversiegelung.
Werkzeug: welche Maschine wofür
| Gerät | Aufgabe | Anmerkung |
|---|---|---|
| Bandschleifer | Hauptfläche, grober Abtrag, Ausgleich von Unebenheiten | führt zu gleichmäßigeren Flächen als Exzenter |
| Tellerschleifer (einscheibig) | mittlere Flächen, Zwischenschliff | für den Einstieg geeignet, weniger Abtrag |
| Exzenterschleifer | Feinschliff, Zwischenschliff zwischen Lackschichten | mit Klettscheiben, Körnung 80 bis 180 |
| Rand- oder Kantenschleifer | Randzonen, Heizkörpernischen, Treppenstufen | mit der Hand oder mit speziellem Randgerät |
| Handschleifer mit Klett | Ecken, Aussparungen, Nacharbeit | für Nacharbeiten nach dem letzten Schliff |
Der Gerätekasten: Für den Zwischenschliff zwischen den Beschichtungen und für kleinere Flächen ist ein Exzenterschleifer mit 125-mm-Teller die Standardwahl.
Der Schleifmittelkasten: Klettscheiben in den Körnungen 80, 120 und 180 decken den Feinschliff und den Zwischenschliff ab.
Welche Maschine für welchen Untergrund passt — Bandschleifer, Exzenter, Multi- und Schwingschleifer — steht im Vergleich unter Schleifmaschinen: Welche für Holz, Wand und Parkett. Die passenden Körnungen für andere Materialien listet Schleifpapier: Körnungstabelle und Anwendung.
Für den groben Abtrag auf der ganzen Fläche ist eine Bandschleifmaschine wirtschaftlicher. Wer nur ein einzelnes Zimmer renoviert, mietet sie meist tagesweise. Für kleine Flächen und für Nacharbeiten ist der Bandschleifer dagegen eine Anschaffung, die sich schnell rechnet.
Für ebene, große Flächen: Schwingschleifer. Ein Schwingschleifer arbeitet mit kleinerem Hub als ein Exzenter und hinterlässt dadurch ein gleichmäßigeres Schleifbild. Für große, plane Parkettflächen ist er die ruhigere Maschine.
Die Körnungsfolge
| Gang | Körnung | Aufgabe |
|---|---|---|
| 1 | 40 (nur bei starker Verwitterung) oder 60 | alte Lackschicht, Grundeinigung des Holzes |
| 2 | 80 | Schleifspuren des ersten Gangs entfernen, Fläche egalisieren |
| 3 | 120 | Feinschliff, Vorbereitung der Oberfläche |
| 4 | 150 bis 180 | nur bei Öl-Oberflächen und vor dem Zwischenschliff |
Der Schleifmittelkasten für Handarbeit: In Ecken, an Heizkörpernischen und an Treppenstufen wird von Hand geschliffen. Schleifblätter in den Körnungen 60 bis 180 decken die Nacharbeit ab.
Zwei Regeln dazu:
- Nie mehr als eine Stufe überspringen. Der Sprung von 40 auf 120 hinterlässt Riefen, die auch mit Lack sichtbar bleiben.
- Der letzte Schleifgang vor der Beschichtung ist der wichtigste. Er bestimmt das Farbbild. Bei geölten Flächen ist 150 die Obergrenze; bei 180 nimmt das Holz weniger Öl auf.
Vorbereitung des Raums
- Möbel vollständig entfernen. Bei Einbauschränken die Sockelblende abnehmen.
- Boden abkehren und saugen. Sandkörner unter der Maschine erzeugen Kratzer.
- Fußleisten abnehmen oder mit Kreppband abkleben. Die Maschine fährt sonst gegen die Leiste.
- Türöffnungen mit Folie abschließen, Staub dringt sonst in die gesamte Wohnung. Für den Sauger eine Staubklasse-M-Absaugung verwenden.
Der Abdeckkasten: Für den Schutz von Wänden, Türzargen und Möbeln, die im Raum bleiben, gehört Abdeckfolie zur Grundausstattung. Sie wird vor dem Schleifen gespannt, nicht danach.
- Heizung aus. Frisch geschliffenes Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und quillt an den Fugen.
Schleifen in der Praxis
- Erster Gang quer zur Faserrichtung. So wird die alte Oberfläche gleichmäßig abgetragen. Bei Massivparkett mit Nut und Feder arbeiten Sie in einem Zug nach vorn, ohne anzuhalten.
- Asche abkehren. Zwischen jedem Gang absaugen. Schleifstaub auf der Fläche wirkt wie Schleifmittel und hinterlässt beim nächsten Gang neue Riefen.
- Zweiter Gang in Faserrichtung. Mit Körnung 80 arbeiten Sie die Rillen des Quergangs aus.
- Ränder mit dem Randschleifer. In den letzten 10 bis 15 cm zur Wand kommt keine große Maschine. Dort wird mit dem Randgerät oder von Hand gearbeitet — mit derselben Körnungsfolge.
- Letzter Gang diagonal leicht. Ein leichter Diagonalgang mit Feinkörnung (120) über die ganze Fläche entfernt Überlappungen und macht das Farbbild gleichmäßig.
- Fugen kontrollieren. Nach dem letzten Gang ist das Holz offen. Jetzt ist der Moment, lose Fugen, abgesprungene Lamellen und Fehlstellen zu sehen.
Versiegeln oder ölen
| Punkt | Versiegeln (Lack) | Ölen (Öl/Wachs) |
|---|---|---|
| Oberfläche | geschlossener Film auf dem Holz | offenporig, Holz nimmt Öl auf |
| Optik | gleichmäßiger, oft stärkerer Glanz | natürlich, Holzstruktur bleibt sichtbar |
| Beanspruchung | hohe Beständigkeit gegen Wasser und Flecken | empfindlicher gegen stehendes Wasser und Fett |
| Reparatur | nur flächig, Partielles Ausbessern ist sichtbar | partiell nachpflegbar |
| Nachpflege | je nach Nutzung alle 8 bis 15 Jahre neue Versiegelung | Nachölen alle 1 bis 3 Jahre je nach Nachfrage |
| Feuchtraum | geeignet, auch Küche | nur mit Ausnahme, nicht für Bäder |
Für Räume mit hoher Beanspruchung und wechselnder Feuchtigkeit ist Versiegeln die robustere Wahl. Für Wohnräume, in denen die Oberfläche wohnlich bleiben soll, ist Ölen die dauerhaft pflegeleichtere Entscheidung — aber nur, wenn regelmäßig nachgeölt wird.
Versiegeln in der Praxis
- Grundierung auf die geöffnete Fläche, dünn und gleichmäßig. Bei Parkett mit hoher Holzfeuchte oder bei farbigem Holz zuerst eine Sperrgrundierung.
- Erste Lackschicht nach Herstellerangabe mit Rolle oder Einscheibenmaschine mit Filz. Zwei bis drei dünne Aufträge sind besser als ein dicker. Wer von Hand arbeitet, braucht dafür einen Pinsel, der die Farbe gleichmäßig zieht, ohne Streifen zu hinterlassen.
- Trockenzeit abwarten. Je nach Produkt vier bis zwölf Stunden, bei niedriger Luftfeuchtigkeit und Wärme kürzer.
- Zwischenschliff mit Körnung 150 bis 180 von Hand oder mit der Einscheibenmaschine. Damit wird der Lackfilm angeraut.
- Zweite und dritte Schicht aufbringen. Anzahl und Auftragsmenge richten sich nach Produkt und Nutzungsklasse.
- Wohnbelastbar erst nach vollständiger Durchhärtung, je nach Produkt nach drei bis sieben Tagen. Über die Trocknungszeiten entscheidet das technische Merkblatt des Herstellers.
Ölen in der Praxis
- Holz mit Körnung 120 bis 150 vorbereiten.
- Erster Ölauftrag satt, mit Rolle oder Pinsel, dann mit weißem Pad oder Einscheibenmaschine einarbeiten. Nach Angabe Hersteller abwischen.
- Trockenzeit einhalten, bei den üblichen Produkten 12 bis 24 Stunden.
- Zweiter Ölauftrag dünner. Er dient nicht dem Schutzaufbau, sondern dem Auffüllen der Poren.
- Nach dem letzten Auftrag nicht mehr abwischen, sondern trocknen lassen. Für die Pflege später ein geeignetes Reinigungs- und Pflegeprodukt des Systems verwenden.
Der Oberflächenkasten: Für ein Hartwachsöl- oder Lacksystem gilt: Produkte eines Systems bleiben untereinander verträglich. Ein transparenter Klarlack, wie er bei Möbel- und Treppenflächen gebräuchlich ist, eignet sich für die Aufarbeitung von Teilflächen.
Wie oft lässt sich Parkett abschleifen?
Die Nutzschicht entscheidet. Als Faustregel: Jeder Schleifdurchgang entnimmt 1 bis 2 Zehntelmillimeter. Bei einer 4 mm Nutzschicht sind drei bis fünf Durchgänge möglich, bei Fertigparkett mit 2,5 mm zwei bis drei. Dieser Punkt ist bei der Entscheidung für eine Abschleifung wichtiger als der sichtbare Zustand: Ein bereits zweimal geschliffenes Fertigparkett mit 2,5 mm Nutzschicht sollte nicht nochmals abgeschliffen, sondern nur renoviert werden.
Häufige Fehler aus der Praxis
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| Eine Körnung übersprungen | Der Feinschliff mit 180 auf Flächen, die mit 40 vorgeschliffen wurden, hinterlässt tiefe Riefen. | jede Stufe gehen, auch wenn es Zeit kostet. |
| Zu viel Material abgetragen | Ein Anfänger bleibt an einer Stelle stehen, und schon ist eine Mulde im Holz. | Maschine immer in Bewegung, gleichmäßig vorschieben, nicht verweilen. |
| Zwischenschliff vergessen | Die zweite Lackschicht auf einer glatten Lackoberfläche haftet schlecht. | Zwischenschliff mit 150 bis 180 vor jedem weiteren Auftrag. |
| Frisch geschliffenes Holz zu lange offen liegen gelassen | Ohne Schutz nimmt das Holz Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und die Fugen schließen nicht mehr sauber. | Schleifen und Beschichten zeitnah, Raumfeuchte 45 bis 60 Prozent, Temperatur 18 bis 25 Grad. |







