Schleifpapier: Körnungstabelle und Anwendung

Die Zahl auf dem Schleifpapier gibt an, wie viele Schleifkörner je Flächeneinheit auf dem Träger sitzen — nicht, wie grob sich das Papier anfühlt. Grobe Körnungen tragen schnell ab und hinterlassen Riefen, feine glätten und tragen fast nichts ab. Wer die Skala kennt und in Stufen arbeitet, spart Material und Nacharbeit.

Dieser Beitrag ordnet die Skalen ein, gibt die Körnung für Holz, Wand, Metall und Lack an und zeigt, welches Schleifmittel wofür gedacht ist. Preise und Bewertungen stammen aus den Produktdaten, Stand 12.09.2026.

Was die Körnung angibt

BegriffBedeutung
KornzahlAnzahl der Schleifkörner je Flächeneinheit; hohe Zahl = feines Korn
P-Skalaeuropäische Skala nach FEPA, auf Schleifpapier als „P" vor der Zahl angegeben
CAMI-SkalaUS-amerikanische Skala, bei groben Körnungen von der P-Skala abweichend
Körnung feinfeines Korn glättet, trägt kaum ab
Körnung grobgrobes Korn trägt ab, hinterlässt Riefen

Bei feinen Körnungen ab etwa P240 laufen beide Skalen nahezu deckungsgleich, bei groben Körnungen unterscheiden sie sich. Wer Papier nachkauft, bleibt deshalb bei einer Skala — der Vergleich P80 mit 80 ist irreführend.

Körnungstabelle

Die folgende Tabelle ist die Arbeitsgrundlage: Sie ordnet jeder Anwendung die Körnung zu, mit der begonnen und mit der beendet wird.

AnwendungGrobschliffFeinschliffZwischenschliff
Massivholz, rohP60 bis P80P120 bis P180—
Holz mit AltlackP80 bis P120P150 bis P180P240 vor dem Neuanstrich
Spachtelmasse, WandP80 bis P120P150 bis P180P240 vor dem Anstrich
Gipskarton und TrockenbauP120P150 bis P180—
Metall, entrostenP60 bis P80P180 bis P240—
Lack, Zwischenschliff—P240 bis P320P320 bis P400
Lack, Feinschliff vor Politur—P600 bis P1000P1500 bis P2000
Grundierung anschleifen—P180 bis P240—

Ein Sprung von P80 auf P180 ist zu groß. Zwischenstufe P120 gehört dazu, sonst bleiben Riefen des groben Korns stehen, die auch der Feinschliff nicht mehr entfernt.

Nach Material

MaterialVorgehen
Holzin Stufen schleifen, immer in Faserrichtung, Hirnholz nur mit feinem Korn und wenig Druck
Wand und PutzSpachtelstellen mit P120 bis P150, Gipskarton mit P120 bis P180, Absaugung ist Pflicht
Metallentrosten mit P60 bis P80, dann Feinschliff mit P180 bis P240; Funkenflug beachten
Lack und GrundierungZwischenschliff mit P240 bis P320, Nassschliff bei Bedarf mit feinerer Körnung

Beim Schleifen von Gipsspachtel setzt sich das Papier sofort zu, wenn keine Absaugung mitläuft. Dieser Punkt ist wichtiger als die Körnung. Welche Maschine für welche Fläche gedacht ist, steht im Beitrag Schleifmaschinen im Überblick; für mineralische Untergründe wie Beton und Estrich wird dagegen mit Diamantwerkzeug gearbeitet, siehe Betonschleifer.

Schleifmittel und Unterlage

SchleifmittelEigenschaftEinsatz
AluminiumoxidStandardkorn, zäh und vielseitigHolz, Lack, Metall im Handbetrieb
Siliziumkarbidsehr scharf und hartNassschliff, Lacke und Zwischenschliff
Zirkonkorundhohe Zähigkeit, selbstschärfendBandschleifer und großer Abtrag
Keramikkornsehr hohe StandzeitMaschinenschliff, Hartholz und Metall
UnterlageEigenschaftEinsatz
Papiergünstig, für Handschliffebene Flächen, Feinschliff
Gewebereißfest und flexibelProfile, Kanten, Maschinen mit hoher Belastung
NetzstaubdurchlässigGipsspachtel und Untergründe mit hohem Staubanfall
Schleifvliesformbar, für ProfileKanten, Rundungen, Zwischenschliff von Hand

Das Lochbild muss zum Schleifteller passen. Ein Blatt mit acht Löchern auf einem Teller mit sechs Löchern zieht keinen Staub ab und setzt sich in der Mitte zu.

Nass- oder Trockenschliff

VerfahrenVorteilEinsatz
Trockenschliffkenntlich am Fortschritt, kein Wasser nötigHolz, Wand, Spachtel, Grundierung
Nassschlifffeineres Schliffbild, Papier setzt weniger zuLacke, Feinschliff, sensible Oberflächen

Beim Nassschliff trägt das Wasser den Abrieb ab und kühlt die Fläche. Die Maschine oder das Papier muss dafür geeignet sein; gewöhnliches Papier löst sich auf. Nach dem Nassschliff wird die Fläche trocknen gelassen, bevor beschichtet wird.

Sets und Werkzeug

Set oder WerkzeugEinsatz
Schleifpapier-Set mit mehreren KörnungenGrundausstattung für Handschliff
Klettscheiben für ExzenterschleiferMaschinenschliff auf Flächen
Schleifblätter für SchwingschleiferFlächen, die plan bleiben müssen
Schleifrolle zum ZuschneidenProfile, Rundungen, Handschliff
Handschleifer mit AbsaugungKanten und kleine Flächen, staubarm
Schleifklotzgleichmäßiger Druck bei Handschliff

Häufige Fehler

FehlerFolgeAbhilfe
Körnung übersprungenRiefen bleiben unter dem Feinschliff stehenZwischenstufe einlegen, P80 auf P120 auf P180
quer zur Faser geschliffentiefe Kratzer, die erst beim Anstrich auffallenimmer in Faserrichtung arbeiten
zu viel DruckPapier setzt zu, Korn bricht ausDruck dem Gerät überlassen
zu früh gewechseltPapier ist noch scharf, Material wird verschwendetPapier erst wechseln, wenn der Abtrag nachlässt
falsches LochbildStaub wird nicht abgeführtBlatt und Teller abstimmen
ohne Absaugung auf SpachtelPapier setzt sofort zuSauger anschließen, Netz verwenden
altes Papier gelagertKorn stumpf, Träger brüchigPapier trocken lagern, Vorrat klein halten
nass geschliffen mit PapierTräger löst sich aufNassschleifpapier verwenden

Kosten

PositionPreisspanne
Schleifpapier-Set mit mehreren Körnungenrund 8 bis 10 Euro
Klettscheiben-Set für Exzenterschleiferrund 9 bis 20 Euro
Schleifrolle zum Zuschneidenrund 30 Euro
Schleifblätter für Schwingschleiferrund 10 Euro
Handschleifer mit Absaugungrund 13 Euro
Schleifvliesje nach Packungsgröße

Schleifpapier ist Verbrauchsmaterial: Für eine Wandfläche mit Spachtelarbeiten werden mehrere Blätter je Körnung verbraucht, weil sich das Papier zusetzt. Wer mit Netz statt Papier arbeitet, braucht weniger Wechsel. Das ist eine Rechnung mit offen gelegten Annahmen, keine Preisliste.

Schleifpapier in verschiedenen Körnungen neben einem Exzenterschleifer
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Häufige Fragen

Beginnen mit P60 bis P80 bei rohem Holz, dann P120 und abschließend P150 bis P180. Mit dem letzten Schliff in Faserrichtung wird die Oberfläche für die Beschichtung vorbereitet.

Das P kennzeichnet die europäische Skala nach FEPA. Bei feinen Körnungen entspricht sie fast der US-amerikanischen CAMI-Skala, bei groben Körnungen weichen beide voneinander ab.

P240 bis P320. Nach dem Zwischenschliff wird entstaubt und die nächste Lackschicht dünn aufgetragen. Für den Feinschliff vor einer Politur sind P600 bis P1000 üblich.

Zum Verschleifen von Spachtelstellen P120 bis P150, für ein feineres Oberflächenbild P180 bis P240 vor dem Anstrich. Entscheidend ist die Absaugung, sonst setzt sich das Papier sofort zu.

P240 ist die Körnung nach der europäischen FEPA-Skala, 240er ist eine umgangssprachliche Angabe, die meist dieselbe Körnung meint, technisch aber offen bleibt. Wer nachkauft, bleibt bei der Angabe auf der Packung.

P60 bis P80 für den groben Rostabtrag, danach P180 bis P240 für die Oberfläche, die grundiert wird. Bei Metall entsteht Funkenflug; Augenschutz ist Pflicht.

So viele, dass zwischen Ausgangskörnung und Endkörnung keine Riefen stehen bleiben. In der Praxis sind es zwei bis drei Stufen, zum Beispiel P80, P120 und P180.

Nein. Nassschliffpapier ist dafür ausgelegt, gewöhnliches Papier löst sich im Wasser auf. Beide Sorten werden getrennt eingesetzt und gelagert.

Weil sich Staub im Korn festsetzt. Abhilfe schaffen Absaugung, Netz statt Papier bei Spachtelarbeiten und ein geringerer Anpressdruck.

Wenn der Abtrag nachlässt oder die Fläche glasig wird. Stumpfes Papier erzeugt Wärme und Druckstellen statt Abtrag und lässt das Korn ausbrechen.

Fazit

Schleifpapier wird nach Körnung, Material und Anwendung gewählt, nicht nach Gefühl. Für rohes Holz beginnt die Reihe bei P60 bis P80 und endet bei P150 bis P180, bei Spachtel und Gipskarton liegt sie zwischen P120 und P240, beim Lack-Zwischenschliff zwischen P240 und P320. Wer in Stufen arbeitet, in Faserrichtung bleibt und den Staub absaugt, spart den zweiten Anstrich.

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