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Mikrozement ist eine zwei bis drei Millimeter dünne, fugenlose Beschichtung aus Zement, Kunstharz und mineralischen Zuschlägen, die in zwei bis drei Lagen aufgebracht und anschließend versiegelt wird. Er lässt sich auf Fliesen, Estrich und Beton aufbringen, wenn der Untergrund fest, eben und trocken ist. Im Bad ist Mikrozement kein Ersatz für die Abdichtung: Die Verbundabdichtung muss darunter liegen. Die Optik ist fugenlos, der Aufwand hoch — und ohne die richtige Versiegelung nimmt die Fläche Wasser und Fett auf.
Was Mikrozement ist
Mikrozement ist kein Fließestrich und kein Putz. Es ist eine dünne Beschichtung: Zement als Bindemittel, Kunstharz für die Haftung und Elastizität, Marmormehl als Füllstoff, Pigmente für die Farbe. Aufgetragen wird mit der Kelle in mehreren dünnen Lagen, jede Lage wird nach dem Anziehen verdichtet und geglättet.
Wer die Alternative sucht: Fliesen streichen beschreibt den Anstrich auf Bestandsfliesen. Für den Untergrund zählen die Regeln des Zementestrichs. Der Unterschied zu anderen Oberflächen:
- Zu Fliesen: fugenlos, aber nicht dicker als 3 mm — der Untergrund muss tragen.
- Zu Beton-Optik-Farbe: Mikrozement hat eine Materialstärke, keine Farbschicht.
- Zu Estrich: Es ist eine Oberfläche, kein Aufbau.
Was das Material im Detail ausmacht, steht unter Mikrozement.
Wo Mikrozement funktioniert
| Bereich | geeignet | Anmerkung |
|---|---|---|
| Badezimmer, Dusche | ja, mit Abdichtung | Fugenlosigkeit ist der Hauptvorteil |
| Wohnräume, Böden | ja | bei Fußbodenheizung mit geeignetem System |
| Küchenarbeitsplatte | bedingt | Hitze und Schnittbelastung sind Grenzen |
| Wandflächen | ja | auf Fliesen und Putz |
| Treppen | bedingt | Kanten brauchen Schutzprofile |
| Terrasse, außen | eingeschränkt | Frost und stehende Nässe sind kritisch |
| Küchenboden | bedingt | Fett und Reinigungsmittel setzen zu |
Der Badbereich ist der Klassiker: Wer keine Fugen mehr will, kommt an Mikrozement oder an großformatigen Fliesen nicht vorbei.
Der Untergrund entscheidet
Mikrozement ist dünn. Er gleicht nichts aus, er legt sich auf das, was da ist.
- Fest. Lose Fliesen, hohle Stellen und abplatzender Putz müssen ab. Ein Klopftest zeigt, wo es hohl klingt.
- Eben. Auf zwei Metern darf die Abweichung nur wenige Millimeter betragen; Unebenheiten zeichnen sich in der dünnen Schicht ab.
- Saugfähig oder vorbereitet. Fliesen und dichter Beton brauchen einen Haftgrund, sonst haftet die erste Schicht nicht.
- Trocken. Restfeuchte im Untergrund führt zu Ablösungen und Flecken.
Der Grundierungskasten: Auf glatten, nicht saugenden Untergründen entscheidet der Haftgrund darüber, ob die Beschichtung hält.
Aufbau in Schichten
Ein Mikrozement-Aufbau besteht aus vier bis fünf Arbeitsgängen:
- Untergrund vorbereiten und grundieren.
- Erste Materiallage dünn aufziehen, mit der Kelle verteilen.
- Zweite Lage nach dem Anziehen, quer zur ersten.
- Dritte Lage als Deckschicht, mit der gewünschten Optik.
- Versiegeln nach vollständiger Trocknung.
Zwischen den Lagen wird verdichtet und geglättet. Die Oberfläche entsteht nicht durch Farbe, sondern durch die Verdichtung des Materials — deshalb ist Mikrozement Handarbeit und nicht mit Streichen vergleichbar.
Der Materialkasten: Mineralische Beschichtungen für Echtbeton-Optik sind als Fertigmischung erhältlich; sie werden mit Wasser angerührt und in mehreren Lagen verarbeitet.
Der Werkzeugkasten: Für das Verteilen und Glätten gehören eine Glättkelle und ein Flächenspachtel dazu; ohne glatte Kellen wird die Oberfläche fleckig.
Versiegelung
Die Versiegelung ist bei Mikrozement kein Finish, sondern die Funktion.
- Im Bad und in der Küche braucht es eine wasserabweisende, fettbeständige Versiegelung — meist ein 2K-PU-System.
- In Wohnräumen reicht eine Imprägnierung oder ein Wachs, das aber regelmäßig aufgefrischt werden muss.
- Ohne Versiegelung nimmt die Fläche Wasser auf und bekommt Flecken, die nicht mehr herausgehen.
Die Versiegelung wird in zwei bis drei dünnen Schichten aufgetragen, mit Zwischentrocknung. Nach der letzten Schicht ist die Fläche je nach System nach 24 bis 72 Stunden belastbar.
Der Versiegelungskasten: Eine transparente, wasserdichte Beschichtung schützt mineralische Oberflächen vor Wasser und Schmutz.
Das Bad: Abdichtung zuerst
Der häufigste und teuerste Fehler: Mikrozement wird als Abdichtung verstanden. Das ist er nicht.
In Duschen und im Spritzwasserbereich gehört unter den Mikrozement eine Verbundabdichtung nach DIN 18534. Sie wird auf dem Untergrund aufgebracht, mit Dichtband in den Ecken und Anschlüssen. Der Mikrozement liegt darüber als Nutzschicht.
Der Abdichtungskasten: Für die Flächenabdichtung vor der Beschichtung braucht es ein System, das zum Untergrund und zur Beschichtung passt.
Pflege
- pH-neutrale Reiniger, keine sauren oder scheuernden Mittel.
- Kein Essig, keine Zitronensäure — sie greifen die Versiegelung an.
- Sofort abwischen bei Öl, Rotwein und Kaffee; die Versiegelung kauft Zeit, keine Ewigkeit.
- Nachversiegeln je nach Beanspruchung alle zwei bis fünf Jahre.
Kosten und Aufwand
Mikrozement ist Material- und Handarbeitspreis zugleich. Für die Fläche zählt jeder Quadratmeter doppelt: Material in mehreren Lagen, Arbeitszeit in mehreren Gängen mit Trockenzeiten. Ein belastbarer Quadratmeterpreis lässt sich ohne Aufmaß nicht nennen; Angebote unterscheiden sich vor allem im Untergrundaufwand und in der Zahl der Lagen.
Häufige Fehler aus der Praxis
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| Keine Abdichtung im Bad | Wasser dringt unter die Beschichtung, die Fläche löst sich flächig. | Verbundabdichtung vor der ersten Lage. |
| Unebenen Untergrund überzogen | Jede Kante zeichnet sich ab. | Spachteln und schleifen, bevor beschichtet wird. |
| Zu früh versiegelt | Restfeuchte im Material schließt sich ein und führt zu Wolken. | Trocknungszeiten einhalten. |
| Ohne Haftgrund auf Fliesen | Die erste Lage lässt sich später abziehen. | Haftgrund auf dichten Untergründen. |
| Falscher Reiniger | Säure zerstört die Versiegelung, die Fläche wird fleckig. | pH-neutrale Reiniger. |







