Rissüberbrückende Systemanstriche

rissüberbrückende Systemanstriche lösen ein Problem, das mit reiner Farbwahl allein nicht behoben werden kann – bereits vorhandene Risse in der Fassade lassen sich nur mit speziell dafür entwickelten Systemen dauerhaft überdecken. Dieser Beitrag erklärt die technischen Grundlagen, wofür rissüberbrückende Systeme eingesetzt werden und worauf bei der Anwendung zu achten ist.

Was sind rissüberbrückende Systemanstriche?

rissüberbrückende Systemanstriche sind speziell formulierte, hochelastische Beschichtungssysteme, die bestehende Haarrisse in der Fassade dauerhaft überspannen können, ohne selbst zu reißen – im Gegensatz zu Standardfarben, die über Risse hinweg meist selbst wieder aufreißen, kombinieren diese Systeme hochelastische Bindemittel mit ausreichender Schichtdicke, um Bewegungen im Untergrund elastisch zu überbrücken.

Warum normale Farbe über Rissen versagt

Standardfarben haben meist nur begrenzte Dehnfähigkeit von wenigen Prozent – bei fortlaufender Bewegung eines Untergrundrisses reicht diese Elastizität nicht aus, wodurch die Farbe selbst über dem Riss erneut aufreißt. rissüberbrückende Systeme sind speziell auf hohe Dehnfähigkeit optimiert, um genau diese wiederkehrende Rissbildung zu verhindern.

Wofür rissüberbrückende Systeme eingesetzt werden

Fassaden mit bestehender Rissbildung

Bei bereits gerissenen Fassaden ohne strukturelle Schadensursache sind diese Systeme oft die wirtschaftlichste Sanierungslösung.

Wie der Fassadenanstrich insgesamt aufgebaut wird, von der Untergrundprüfung bis zur letzten Lage, beschreibt der Ratgeber Fassade streichen: Anleitung zum Selberstreichen.

Fugen und materialübergänge

An kritischen Übergängen zwischen unterschiedlichen Materialien mit erhöhtem Bewegungsrisiko bieten rissüberbrückende Anstriche zusätzliche Sicherheit.

Vorbeugender Schutz bei Setzungsrisiko

Bei Gebäuden mit bekanntem Setzungsrisiko kann vorbeugende Anwendung spätere, sichtbare Rissbildung verhindern.

Richtige Anwendung

  • Ursache des Risses vorab prüfen: Bei strukturellen Schäden reicht ein rissüberbrückender Anstrich allein nicht aus
  • Ausreichende Schichtdicke einhalten: Die Elastizität entfaltet sich erst bei ausreichender Materialstärke
  • Systemzugehörige Grundierung verwenden: Für optimale Haftung und Gesamtperformance des Systems
  • Herstellerangaben zur maximalen Rissbreite prüfen: Nicht jedes System eignet sich für jede Rissgröße

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

rissüberbrückende Systemanstriche vs. Organisch gebundene Fassadenfarben

Organisch gebundene Fassadenfarben (siehe Organisch gebundene Fassadenfarben Wetterbeständige Dispersionsfarben) bieten allgemeine Elastizität, während rissüberbrückende Systeme speziell auf besonders hohe Dehnfähigkeit für bereits bestehende Risse optimiert sind.

rissüberbrückende Systemanstriche vs. Fugenmasse

Fugenmasse (siehe Fugenmasse) verfüllt gezielt einzelne, definierte Fugen, während rissüberbrückende Anstriche flächig über die gesamte Fassade angewendet werden.

Sicherheit, Lagerung und Entsorgung

Arbeitsschutz

Meist gesundheitlich unbedenklich, während der Verarbeitung dennoch ausreichend lüften.

Lagerung

Frostfrei lagern, angebrochene Gebinde dicht verschließen.

Entsorgung

Ausgehärtete Reste über den Hausmüll, größere flüssige Mengen über die Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Mit rissuberbrueckendem Anstrich sanierter Fassadenriss

Häufig gestellte Fragen

Ihre begrenzte Dehnfähigkeit reicht bei fortlaufender Bewegung des Untergrundrisses nicht aus.

Nur bei nicht-strukturellen Rissen – bei strukturellen Ursachen ist zusätzliche Sanierung notwendig.

Sehr wichtig, die Elastizität entfaltet sich erst bei ausreichender Materialstärke.

Fugenmasse verfüllt einzelne Fugen, rissüberbrückende Anstriche werden flächig angewendet.

Ja, bei bekanntem Setzungsrisiko kann vorbeugende Anwendung spätere Rissbildung verhindern.

Ausgehärtet über den Hausmüll, größere flüssige Mengen über die Schadstoffsammelstelle.

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