Eine Fassade zu streichen ist keine schwierige Arbeit — aber eine, bei der die Reihenfolge über das Ergebnis entscheidet. Wer den Untergrund prüft, das Wetterfenster abwartet, die Farbe nach dem Putz wählt und in zwei Anstrichen arbeitet, hat danach für Jahre Ruhe. Wer direkt aus dem Eimer auf eine verschmutzte Wand rollt, sieht den Fehler im nächsten Frühjahr: Abblätterungen dort, wo die alte Beschichtung nicht mehr getragen hat, und Algenschatten dort, wo der Belag nicht entfernt wurde. Diese Anleitung geht die Reihenfolge durch und rechnet am Ende vor, was die Arbeit kostet — mit dem Stundensatz als einziger fester Zahl.
Wann gestrichen wird — und wann nicht
Fassadenfarben brauchen ein Wetterfenster. Die meisten lassen sich ab etwa fünf Grad verarbeiten, wobei die Luft und der Untergrund diese Temperatur haben müssen; die genaue Grenze steht im technischen Datenblatt des Produkts. Drei Bedingungen gehören dazu:
- Kein Frost, auch nicht in der Nacht danach. Eine Fassade, die über Nacht durchfriert, verliert die Haftung großflächig.
- Kein Regen und keine Aussicht darauf. Ein Anstrich, der abgeregnet wird, wäscht Bindemittel aus, bevor er abbindet.
- Keine pralle Sonne auf der Wand. Eine aufgeheizte Fläche lässt den Anstrich zu schnell antrocknen; dann zeichnen sich die Ansätze ab.
Der übliche Rahmen ist deshalb das späte Frühjahr und der Frühherbst, jeweils bei trockener Witterung. Wie oft eine Fassade einen neuen Anstrich braucht, hängt am Untergrund und an der Bewitterung: Ein mineralischer Fassadenputz in einer Wetterseite braucht ihn öfter als ein Siliconharzputz auf der geschützten Seite. Prüfen Sie die Wand deshalb nicht nach einem Kalender, sondern nach ihrem Zustand.
Die Fassade prüfen
Vier Punkte, bevor Farbe ins Haus kommt.
Der Untergrund muss tragen. Was beim Abkratzen mit dem Spachtel weggeht, trägt keine neue Beschichtung. Lose Putzschichten und abblätternde Altbeschichtungen müssen ab, sonst zieht der neue Anstrich sie mit.
Die Feuchtigkeit. Ausblühungen, dunkle Flecken und Stellen, die nach Regen lange nass bleiben, deuten auf ein Feuchteproblem hinter der Fläche hin. Streichen wäre hier Kosmetik — Ursache zuerst klären.
Der Algen- und Pilzbefall. Grüne oder schwarze Beläge sitzen auf dem Putz und in dessen Poren. Ein Anstrich darüber schließt sie ein, und im nächsten Jahr kommen sie durch.
Die alte Beschichtung. Zwei Proben geben Aufschluss: Kleben Sie ein Stück Klebeband fest an, ziehen Sie es ab — hängt Farbe mit, ist die Haftung am Ende. Und gießen Sie an einer Stelle Wasser an: Läuft es ab wie von Glas, ist die Fläche versiegelt und nimmt keine neue Farbe mehr an.
Reinigen und vorbereiten
Ohne Reinigung hält kein Anstrich — das ist die häufigste Abkürzung, die teuer wird. Zum Vorgehen:
- Grobe Verschmutzung mechanisch entfernen, mit Bürste oder mit dem Hochdruckreiniger. Beim Hochdruck gilt: niedriger Druck, keine scharfe Düse, kein Strahl in die Fugen. Was der Druck anrichtet, steht unter Hochdruckspritzen.
- Algen und Pilze abtöten, nicht nur abbürsten. Ein Bürstenstrich nimmt den Belag ab und lässt die Wurzel in der Pore stehen.
- Ausbessern. Risse und Fehlstellen werden nach Herstellerangabe geschlossen und trocknen gelassen. Ein geflickter Bereich, der zu feucht gestrichen wird, zeichnet sich später ab.
- Grundieren, wenn der Untergrund saugt oder kreidet. Wann das nötig ist, steht im nächsten Abschnitt.
Die richtige Fassadenfarbe
Die Farbe muss zum Putz passen, nicht zum Geschmack. Das ist der Punkt, an dem sich die Fassadenfarben tatsächlich unterscheiden: in der Bindemittelart und damit in der Frage, ob sie mit dem Untergrund zusammenarbeiten oder gegen ihn.
| Farbe | Passt zu | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Mineralische Fassadenfarbe | mineralischen Putzen | stark wasserdampfdurchlässig, verlangt einen mineralischen Untergrund mit ausreichender Feuchte |
| Silikat-Fassadenfarbe | mineralischen und Silikatputzen | mineralisch gebunden, diffusionsoffen, für Kunstharzputze nur als Mischform geeignet |
| Siliconharz-Fassadenfarbe | allen üblichen Putzarten | wasserabweisend und gleichzeitig diffusionsoffen, der breiteste Einsatzbereich |
| Organisch gebundene Dispersionsfarbe | Kunstharzputzen und Altbeschichtungen | günstig und leicht zu verarbeiten, weniger dampfdurchlässig |
Für einen unbekannten Untergrund ist eine Siliconharz-Fassadenfarbe die Entscheidung mit dem geringsten Risiko: Sie deckt den breitesten Bereich ab und bleibt wasserdampfdurchlässig. Eine Siliconharzfassadenfarbe in 10 Litern kostet 89,18 Euro und trägt 4,7 Sterne aus 813 Rückmeldungen — die breiteste Bewertungsbasis im Feld.
Wer eine mineralische Fassade hat und den Charakter des Putzes erhalten will, fährt mit einer Silikatfarbe. Eine Silikat-Fassadenfarbe kostet 33,06 Euro und trägt 4,5 Sterne aus 71 Rückmeldungen. Die Bewertungsbasis ist schmaler als bei der Siliconharzfarbe, und der Untergrund muss dazu passen.
Die Premiumstufe unter den Fassadenfarben ist eine Silikonharzfarbe mit Nano-Quarz-Gitter. Sie kostet 176,69 Euro für 12,5 Liter und trägt 4,8 Sterne aus 95 Rückmeldungen (Produktdaten, Stand 12.09.2026). Laut Herstellerdatenblatt bilden organisch vernetzte Nano-Quarz-Strukturen ein dichtes, mineralisch hartes Gitter gegen Schmutz, der Anstrich bleibt dabei mikroporös und hoch CO2-durchlässig; das Bindemittel schützt vor Algen- und Pilzbefall. Zugelassen ist sie auf mineralischen und dispersionsgebundenen Putzen, also auch auf WDVS-Oberflächen aus Kunstharz-, Silikonharz-, Kalk- und Kalk-Zementputz. Der Aufpreis erkauft keine längere Haltbarkeit, sondern den längeren Reinigungsabstand — und das ist auf einer Wetterseite der Posten, der über die Jahre am häufigsten nacharbeitet.
Was Farben auf Fassaden leisten können, steht im Überblick unter Fassaden und Fassadenfarben. Alle Preise und Bewertungen stammen aus den Produktdaten.
Grundieren: wann es nötig ist
Eine Grundierung hat eine Aufgabe: Sie reguliert die Saugfähigkeit und stellt die Haftung her. Nötig ist sie, wenn der Untergrund stark saugt oder wenn er kreidet, wenn ausgebesserte Stellen unterschiedlich aufnehmen und wenn eine alte, fest sitzende Beschichtung vorliegt, auf die nur ein anderes System kommt. Nicht nötig ist sie auf einem intakten, gleichmäßig saugenden, sauberen Putz.
Der Fehler in beide Richtungen kostet: Ohne Grundierung auf kreidendem Untergrund bindet der Anstrich nicht ab; mit einer falschen Grundierung auf einem dampfdurchlässigen Putz wird die Wand nach innen feucht.
Streichen: Technik und Reihenfolge
Zwei Anstriche sind der Regelfall. Ein einzelner Anstrich deckt selten gleichmäßig, und die Stellen, die zu dünn sind, sind genau die, die später zuerst aufgeben.
Von oben nach unten und in Abschnitten, deren Kanten nass bleiben, bis der nächste Abschnitt kommt. Ein Bereich, der zwischen zwei Durchgängen antrocknet, hinterlässt einen sichtbaren Ansatz.
Rolle oder Spritzgerät. Mit der Rolle arbeiten Sie kontrollierter, mit dem Spritzgerät deutlich schneller auf großen Flächen — dafür braucht es Abkleben, Abdecken und einen Schutz gegen Sprühnebel. Für eine gewöhnliche Hausfassade ist das Rollen mit einer Fassadenrolle an der Teleskopstange der übliche Weg, von Hand geschnitten werden die Kanten und Anschlüsse.
Die Ecken und Anschlüsse zuerst: Fenster- und Türlaibungen, Anschlüsse an Dach und Sockel, Fallrohre. Wer sie zuletzt macht, hat die Hauptfläche schon zweimal gestrichen und arbeitet an den Rändern über die Kante hinaus.
Werkzeug und Abdeckung
Zwei Dinge entscheiden über das Arbeitstempo: die Breite der Walze und die Reichweite der Stange. Ein Farbroller-Set mit 23 Zentimetern Walzenbreite, Bügel, vier Walzen mit mittlerem Flor und einer Farbwanne kostet 11,50 Euro und trägt 4,6 Sterne aus 7.326 Rückmeldungen — die breiteste Bewertungsbasis im Feld.
Eine Teleskopstange verlängert die Reichweite vom Boden aus; die Hauptfläche lässt sich dann in einem Zug streichen, ohne für jede Bahn abzusteigen. Die Stange von Bates reicht von 42,7 Zentimetern bis 9,01 Metern, kostet 18,00 Euro und trägt 4,5 Sterne aus 4.482 Rückmeldungen. Anschlüsse, Laibungen und die oberste Wandzone bleiben Arbeit von der Leiter.
Abdeckung gehört zur Vorarbeit, nicht an den Schluss: Fenster, Türen, Fallrohre und der Boden vor der Fassade werden abgedeckt, bevor die erste Bahn Farbe angerührt wird. Ein Malervlies mit 20 Quadratmetern aus vier Bahnen von je fünf Metern kostet 22,99 Euro und trägt 4,6 Sterne aus 8.141 Rückmeldungen. Alle Preise und Bewertungen stammen aus den Produktdaten.
Gerüst oder Leiter
Bis zur Greifhöhe reicht die Leiter. Alles darüber ist eine Frage der Sicherheit, nicht des Könnens: Ein Fassadenanstrich über ein oder zwei Geschosse braucht ein Gerüst oder eine Arbeitsbühne, weil sich auf einer Leiter nicht großflächig und gleichmäßig arbeiten lässt — und weil ein Sturz aus dieser Höhe kein Missgeschick, sondern Lebensgefahr ist. Für die zweite Hand am Werkzeug und gegen lange Wege zum Eimer: Das Gerüst gehört mit in die Kalkulation, auch wenn es nicht die Wand betrifft.
Was das kostet
Fachbetriebe rechnen mit 50 bis 80 Euro je Arbeitsstunde, je nach Aufwand. Der Quadratmeterpreis entsteht daraus wie bei allen Malerarbeiten: Stundensatz geteilt durch die Fläche, die in einer Stunde geschafft wird.
Rechnet ein Betrieb mit 50 bis 80 Euro je Stunde und schafft zwölf Quadratmeter in der Stunde — eine Fassade ohne große Vorarbeiten, gleichmäßiger Putz, mit der Rolle —, ergibt sich ein Arbeitspreis von gut vier bis knapp sieben Euro je Quadratmeter. Mit umfangreicher Vorarbeit, Ausbesserungen und sechs Quadratmetern in der Stunde sind es gut acht bis gut dreizehn Euro je Quadratmeter. Beide Werte sind Arbeitszeit ohne Material und ohne Gerüst.
Für eine ganze Fassade ergibt sich daraus diese Rechnung:
| Fassadenfläche | bei 12 m² pro Stunde | bei 6 m² pro Stunde |
|---|---|---|
| 100 Quadratmeter | 420 bis 670 Euro | 830 bis 1.330 Euro |
| 150 Quadratmeter | 630 bis 1.000 Euro | 1.250 bis 2.000 Euro |
| 200 Quadratmeter | 830 bis 1.330 Euro | 1.670 bis 2.670 Euro |
| 250 Quadratmeter | 1.040 bis 1.670 Euro | 2.080 bis 3.330 Euro |
| 300 Quadratmeter | 1.250 bis 2.000 Euro | 2.500 bis 4.000 Euro |
Die Tabelle ist eine Rechnung, keine Preisliste: Sie zeigt, was sich aus dem Stundensatz und der Flächenleistung ergibt. Die Fläche ist die tatsächlich zu streichende Fassadenfläche — Fenster, Türen und Türöffnungen abgezogen, Laibungen zugerechnet. Dazu kommen Material, Gerüst, Anfahrt und die Entsorgung von Verpackung und Resten. Was den Preis eines Innenanstrichs bestimmt, steht unter Zimmer und Wohnung streichen lassen; das Prinzip ist dasselbe.
Wer über eine Dämmung nachdenkt, sollte die beiden Maßnahmen zusammen planen — Gerüst und Vorbereitung fallen nur einmal an. Was dabei auf die Wand kommt, steht unter WDVS. Was dieselbe Dämmung pro Quadratmeter kostet, rechnet der Beitrag Was kostet ein WDVS? durch.

Häufige Fragen
Fazit
Beim Fassadenanstrich entscheidet die Reihenfolge: prüfen, reinigen, ausbessern, grundieren, dann zwei Anstriche im richtigen Wetterfenster. Die Farbe richtet sich nach dem Putz — Siliconharz als sichere Wahl, Silikat und mineralisch für mineralische Untergründe, Dispersionsfarbe auf Kunstharz. Und die Kosten sind keine Preisfrage, sondern eine Rechnung aus der Fläche und der Flächenleistung: 50 bis 80 Euro je Stunde ergeben bei zwölf Quadratmetern je Stunde gut vier bis knapp sieben Euro pro Quadratmeter und bei sechs Quadratmetern je Stunde gut acht bis gut dreizehn. Wer diese beiden Zahlen kennt, kann jedes Angebot einordnen — und weiß, welcher Teil der Arbeit sich selbst erledigen lässt.






