Organisch gebundener Fassadenputz

Organisch gebundener Fassadenputz ergänzt organisch gebundene Fassadenfarben um eine strukturierte, dickere Putzvariante – beide teilen dieselbe elastische Bindemittelbasis, unterscheiden sich aber in Schichtstärke und Oberflächenstruktur. Dieser Beitrag erklärt die materialtechnischen Grundlagen, wofür organisch gebundener Fassadenputz eingesetzt wird und worauf bei der Verarbeitung zu achten ist.

Was ist organisch gebundener Fassadenputz?

Organisch gebundener Fassadenputz basiert wie organisch gebundene Fassadenfarben (siehe Organisch gebundene Fassadenfarben Wetterbeständige Dispersionsfarben) auf Kunststoffdispersion als Bindemittel, allerdings mit gröberer Körnung und höherer Schichtdicke – anders als mineralischer Fassadenputz (siehe Mineralischer Fassadenputz) härtet er physikalisch durch Wasserverdunstung, nicht durch chemische Reaktion.

Warum die Elastizität bei Putzstrukturen besonders vorteilhaft ist

Die dickere Putzschicht ist stärkeren thermischen Bewegungen ausgesetzt als dünne Farbfilme, besonders bei dunklen Farbtönen mit hoher Aufheizung – die Elastizität des organischen Bindemittels kann diese Bewegungen deutlich besser kompensieren als starre mineralische Putzsysteme, was Rissbildung bei WDVS-Anwendungen (siehe Wärmedämm-Verbundsystem – WDVS) reduziert.

Wofür organisch gebundener Fassadenputz eingesetzt wird

WDVS-Deckbeschichtung

Bei Wärmedämm-Verbundsystemen ist organischer Putz wegen seiner Elastizität oft die bevorzugte Wahl für die abschließende Deckschicht.

Dunkle Farbtöne mit hoher Aufheizung

Bei intensiven, dunklen Farbtönen mit niedrigem Hellbezugswert reduziert die Elastizität das Risiko thermisch bedingter Rissbildung erheblich.

Strukturierte Fassadenoptik

Bei gewünschter Kratz- oder Rillenstruktur bietet organischer Putz eine breite Palette an Gestaltungsmöglichkeiten.

Richtige Verarbeitung

  • Systemverträgliche Grundierung verwenden: Nur mit dem Putzsystem abgestimmte Produkte für optimale Haftung nutzen
  • Ausreichende Trockenzeit zwischen den Schichten einhalten: Physikalische Trocknung benötigt Zeit für vollständige Filmbildung
  • Vor Regen während der Trocknung schützen: Frischer Putz ist auswaschungsanfällig
  • Hellbezugswert bei dunklen Tönen prüfen: Auch mit elastischem Putz gelten oft Mindestwerte je nach Dämmsystem

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Organisch gebundener Fassadenputz vs. Mineralischer Fassadenputz

Mineralischer Fassadenputz (siehe Mineralischer Fassadenputz) härtet chemisch und ist diffusionsoffener, während organisch gebundener Putz elastischer und meist einfacher zu verarbeiten ist.

Organisch gebundener Fassadenputz vs. Organisch gebundene Fassadenfarben

Organisch gebundene Fassadenfarben (siehe Organisch gebundene Fassadenfarben Wetterbeständige Dispersionsfarben) sind die dünnere Deckbeschichtung, organisch gebundener Putz die dickere, strukturierte Variante mit ähnlicher Bindemittelbasis.

Sicherheit, Lagerung und Entsorgung

Arbeitsschutz

Meist gesundheitlich unbedenklich, während der Verarbeitung dennoch ausreichend lüften.

Lagerung

Frostfrei lagern, angebrochene Gebinde dicht verschließen.

Entsorgung

Ausgehärtete Reste über den Hausmüll, größere flüssige Mengen über die Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Organisch gebundener Fassadenputz wird auf WDVS aufgetragen

Häufig gestellte Fragen

Die Elastizität kompensiert thermisch bedingte Bewegungen deutlich besser als starre mineralische Systeme.

Meist weniger, mineralischer Putz ist in der Regel diffusionsoffener.

Ja, während der physikalischen Trocknung ist er auswaschungsanfällig.

Für WDVS-Deckbeschichtung, besonders bei dunklen, thermisch belasteten Fassadenfarbtönen.

Fassadenfarben sind die dünnere Deckbeschichtung, Putz die dickere, strukturierte Variante.

Ausgehärtet über den Hausmüll, größere flüssige Mengen über die Schadstoffsammelstelle.

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