Lichtechtheit entscheidet darüber, ob ein sorgfältig gewählter Farbton nach wenigen Jahren noch derselbe ist – oder längst verblasst und völlig anders wirkt. Dieser Beitrag erklärt die genormte Bewertungsskala, wofür Lichtechtheit relevant ist und worauf bei der Farbauswahl zu achten ist.
Was ist Lichtechtheit?
Lichtechtheit beschreibt, wie stabil ein Farbton unter Lichteinwirkung bleibt – gemessen und klassifiziert nach der Wollskala (1 bis 8, wobei 8 die höchste Beständigkeit bedeutet) im standardisierten Bewitterungstest. Manche Pigmente wie Eisenoxide erreichen nahezu perfekte Lichtechtheit, während organische Farbstoffe oft deutlich schneller verblassen.
Warum Berliner Blau ein Sonderfall ist
Berliner Blau (siehe Berliner Blau) zeigt einen ungewöhnlichen Photochromismus-Effekt: Bei intensiver Lichteinwirkung kann es reversibel verblassen und im Dunkeln seine ursprüngliche Farbtiefe teilweise zurückgewinnen – dieses Verhalten passt nicht in die klassische, linear abnehmende Lichtechtheitsskala und muss bei der Bewertung gesondert berücksichtigt werden.
Wo Lichtechtheit besonders relevant ist
Fassadenfarben mit kräftigen Farbtönen
Bei intensiven, gesättigten Farbtönen ist die Wahl lichtechter Pigmente besonders wichtig, um Verblassen über die Jahre zu vermeiden.
Künstlerfarben und Restaurierung
Bei der Materialauswahl für wertvolle oder historisch bedeutsame Werke ist die Lichtechtheit der verwendeten Pigmente entscheidend für die Langzeiterhaltung.
Sonnenexponierte innenräume
Auch bei stark durch Fenster sonnenbeschienenen innenwänden kann unzureichende Lichtechtheit zu sichtbarem Verblassen führen.
Richtige Auswahl
- Wollskala-Wert prüfen: Bei wichtigen Projekten Herstellerangaben zur Lichtechtheitsklasse einfordern
- Anorganische Pigmente bei hoher Anforderung bevorzugen: Eisenoxide und ähnliche mineralische Pigmente sind meist lichtechter
- UV-Belastung des Standorts berücksichtigen: Südfassaden benötigen höhere Lichtechtheit als Nordfassaden
- Bei kritischen Farbtönen Musterfläche langfristig beobachten: Reale Bewitterung liefert verlässlichere Ergebnisse als Laborwerte allein
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Lichtechtheit vs. Lichtbeständigkeit
Lichtbeständigkeit (siehe Lichtbeständigkeit) ist die umfassendere Eigenschaft, die auch mechanische Stabilität einschließt, während Lichtechtheit spezifisch die Farbtreue selbst meint.







