Reibeputz ist einer der am häufigsten verlinkten Putzarten im gesamten Lexikon – seine charakteristische, körnige Struktur ist an unzähligen Fassaden und Innenwänden zu finden. Dieser Beitrag erklärt die Verarbeitungstechnik, wofür Reibeputz eingesetzt wird und worauf bei der Anwendung zu achten ist.
Was ist Reibeputz?
Reibeputz ist ein Strukturputz, dessen charakteristisches, körniges Erscheinungsbild durch kreisförmiges Reiben mit einem Reibebrett während der Verarbeitung entsteht – die enthaltenen Zuschlagstoffe (meist Quarzsand oder Kalksteinkörnung) werden dabei an der Oberfläche verteilt und erzeugen die typische, gleichmäßige Kornstruktur. Die Körnungsgröße bestimmt direkt die Gröbe der sichtbaren Struktur.
Warum die richtige Ansatztechnik entscheidend ist
Reibeputz muss innerhalb der offenen Zeit nass in nass verarbeitet werden, um sichtbare Ansätze zu vermeiden – wird eine Fläche unterbrochen und später fortgesetzt, entstehen an der Übergangsstelle oft dauerhaft sichtbare Strukturunterschiede, da das bereits angezogene Material anders auf das Reiben reagiert als frisch aufgetragener Putz.
Wofür Reibeputz eingesetzt wird
Fassadengestaltung
Bei WDVS-Systemen (siehe Wärmedämm-Verbundsystem – WDVS) ist Reibeputz eine der beliebtesten Oberflächenstrukturen für die abschließende Deckschicht.
Innenwandgestaltung mit Struktur
Auch im Innenbereich wird Reibeputz geschätzt, um Wandflächen eine haptisch und optisch interessante Struktur zu verleihen.
Kaschierung von Untergrundunebenheiten
Die strukturierte Oberfläche kann kleinere Untergrundfehler optisch deutlich besser kaschieren als glatte Putzsysteme.
Richtige Anwendung
- Ausreichend Personal für große Flächen einplanen: Nass-in-nass-Verarbeitung erfordert ausreichende Kapazität ohne Unterbrechung
- Passende Körnung wählen: Gröbere Körnung für kraftvollere, feinere für dezentere Struktur
- Gleichmäßige Reibetechnik einhalten: Konsistente Bewegungsmuster für einheitliche Struktur über die gesamte Fläche
- Wetterbedingungen berücksichtigen: Zu schnelles Antrocknen bei Hitze erschwert die gleichmäßige Verarbeitung
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Reibeputz vs. Mineralischer Fassadenputz
Mineralischer Fassadenputz (siehe Mineralischer Fassadenputz) beschreibt die Bindemittelbasis, Reibeputz die Verarbeitungstechnik und resultierende Oberflächenstruktur – Reibeputz kann sowohl mineralisch als auch organisch gebunden sein.
Reibeputz vs. Kratzputz
Kratzputz erzeugt seine Struktur durch Kratzen mit einer Zahnkelle statt kreisförmigem Reiben – beide sind Strukturputze mit unterschiedlicher Verarbeitungstechnik und Optik.
Sicherheit, Lagerung und Entsorgung
Arbeitsschutz
Je nach Bindemittelbasis unterschiedliche Anforderungen – mineralische Systeme sind oft alkalisch, Handschuhe und Schutzbrille tragen.
Lagerung
Trocken lagern, angebrochene Gebinde dicht verschließen.
Entsorgung
Ausgehärtete Reste über den Bauschutt entsorgen.







