Nassschichtdicke ist bereits als Link-Ziel aus früheren Artikeln bekannt – sie bildet die Basis für die spätere Trockenschichtdicke und damit für die tatsächliche Schutzwirkung einer Beschichtung. Dieser Beitrag erklärt die Messmethode, wofür Nassschichtdicke relevant ist und worauf bei der Kontrolle zu achten ist.
Was ist Nassschichtdicke?
Nassschichtdicke bezeichnet die Dicke eines frisch aufgetragenen, noch flüssigen Beschichtungsfilms, gemessen direkt nach der Applikation mit einem Nassschichtdicke-Kamm – aus diesem Wert lässt sich unter Berücksichtigung des Festkörpergehalts (siehe Festkörper) die spätere Trockenschichtdicke berechnen. Diese Kontrolle ist besonders bei Korrosionsschutzbeschichtungen wichtig, wo die Schichtdicke direkt über die Schutzwirkung entscheidet.
Warum die Nassmessung dem Verarbeiter sofortiges Feedback gibt
Die Trockenschichtdicke lässt sich erst nach vollständiger Aushärtung messen, wenn Nachbesserungen aufwendig sind – die Nassschichtdicke-Messung ermöglicht dagegen eine sofortige Kontrolle direkt während der Applikation, sodass unzureichende Schichtdicken noch vor dem Trocknen korrigiert werden können, statt erst nachträglich festgestellt zu werden.
Für die Kontrolle der Trockenschichtdicke am ausgehärteten Objekt braucht es ein Messgerät. Welche Messverfahren für welchen Untergrund taugen, klärt der Beitrag Schichtdickenmessgeräte im Vergleich.
Wo Nassschichtdicke besonders relevant ist
Korrosionsschutzbeschichtungen
Bei Stahlkonstruktionen ist eine präzise Schichtdickenkontrolle direkt während der Applikation entscheidend für ausreichenden Korrosionsschutz.
Industrielle Qualitätskontrolle
Bei zertifizierten Beschichtungssystemen ist die Dokumentation der Nassschichtdicke oft Teil der vorgeschriebenen Qualitätssicherung.
Kostenoptimierung bei großflächigen Projekten
Auch zur Vermeidung von übermäßigem Materialverbrauch hilft die Nassschichtdicke-Kontrolle, den optimalen Materialauftrag sicherzustellen.
Welche Messgeräte sich für die Praxis eignen, zeigt eine Übersicht mit sieben Methoden zur Schichtdickenmessung: Schichtdicken messen.
Richtige Kontrolle
- Sofort nach Applikation messen: Die Flüssigkeitsviskosität ändert sich mit fortschreitender Trocknung
- Passenden Nassschichtdicke-Kamm verwenden: Messbereich muss zur erwarteten Schichtdicke passen
- Mehrere Messpunkte prüfen: Um Gleichmäßigkeit über die gesamte Fläche sicherzustellen
- Umrechnungsfaktor des Festkörpergehalts einbeziehen: Für korrekte Berechnung der erwarteten Trockenschichtdicke
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Nassschichtdicke vs. Festkörper
Festkörpergehalt (siehe Festkörper) ist der prozentuale Materialanteil, der nach dem Trocknen zurückbleibt – dieser Wert wird zur Umrechnung von Nass- in Trockenschichtdicke benötigt.
Nassschichtdicke vs. Auftragsverfahren
Auftragsverfahren (siehe Auftragsverfahren) beeinflusst direkt, wie gleichmäßig und kontrollierbar die Nassschichtdicke ausfällt.
Lagerung
Nassschichtdicke-Kamm trocken und sicher verstaut lagern.






