Kesseldruckverfahren

Kesseldruckverfahren ist die industrielle Hochleistungsvariante der Holzimprägnierung – wo einfache Streich- oder Tauchverfahren an ihre Grenzen stoßen, erreicht dieses Verfahren eine Schutzwirkung, die über Jahrzehnte hält. Dieser Beitrag erklärt den technischen Ablauf, wofür das Verfahren eingesetzt wird und worauf beim Umgang mit kesseldruckimprägniertem Holz zu achten ist.

Was ist das Kesseldruckverfahren?

Das Kesseldruckverfahren ist ein industrielles Imprägnierverfahren (siehe Imprägniertechnik), bei dem Holz in einem geschlossenen Druckkessel zunächst evakuiert und anschließend unter hohem Druck (meist 8 bis 14 bar) mit Schutzmittel getränkt wird. Diese Kombination aus Vakuum und Druck ermöglicht eine Eindringtiefe (siehe Eindringtiefe), die mit drucklosen Verfahren nicht erreichbar ist.

Warum das Verfahren so effektiv ist

Das anfängliche Vakuum entfernt Luft aus den Holzporen, wodurch beim anschließenden Druckaufbau das flüssige Schutzmittel deutlich tiefer und gleichmäßiger eindringen kann als bei atmosphärischem Druck – bei geeigneten Holzarten kann so nahezu der gesamte Splintholzbereich vollständig durchtränkt werden, was eine außergewöhnlich lange Schutzdauer ermöglicht.

Wofür das Kesseldruckverfahren eingesetzt wird

Erdberührtes Konstruktionsholz

Zaunpfosten, Fundamentbalken oder andere dauerhaft erdberührte Bauteile benötigen die maximale Schutzwirkung, die nur Kesseldruckimprägnierung erreicht.

Tragende Aussenkonstruktionen

Brückenbauteile oder tragende Freianlagen mit hoher Gefährdungsklasse werden meist bereits werkseitig kesseldruckimprägniert geliefert.

Terrassendielen und Gartenbau

Auch im privaten Bereich ist kesseldruckimprägniertes Holz bei dauerhaftem Bodenkontakt oder starker Feuchtebelastung verbreitet.

Richtiger Umgang

  • Frisch zugeschnittene Kanten nachbehandeln: Beim Zuschneiden entstehen ungeschützte Stellen, die zusätzlich imprägniert werden sollten
  • Herstellerangaben zur Gefährdungsklasse prüfen: Nicht jede Kesseldruckimprägnierung ist für jede Anwendung geeignet
  • Beim Zuschnitt entstehenden Staub sachgerecht handhaben: Imprägniertes Holz kann Schadstoffe enthalten
  • Herkunftsnachweis prüfen: Nur zertifizierte, biozidrechtlich zugelassene Produkte verwenden

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Kesseldruckverfahren vs. Imprägniertechnik allgemein

Imprägniertechnik (siehe Imprägniertechnik) ist der übergeordnete Begriff für alle Anwendungsmethoden, Kesseldruckverfahren die intensivste, industrielle Variante dafür.

Kesseldruckverfahren vs. Holzschutzsalze

Holzschutzsalze (siehe Holzschutzsalze) sind das häufig eingesetzte Schutzmittel im Kesseldruckverfahren, das Verfahren selbst ist die Anwendungsmethode.

Sicherheit, Lagerung und Entsorgung

Arbeitsschutz

Beim Zuschneiden kesseldruckimprägnierten Holzes entsteht Staub mit Schutzmittelresten – Staubmaske und Handschuhe tragen, Sägemehl nicht verbrennen oder unkontrolliert entsorgen.

Lagerung

Trocken lagern, direkten Hautkontakt bei längerer Lagerung vermeiden.

Entsorgung

Kesseldruckimprägniertes Altholz über die entsprechende Fachentsorgung, niemals im Hausbrand verbrennen.

Industrielle Kesseldruckimprägnierung von Konstruktionsholz

Häufig gestellte Fragen

Vakuum entfernt Luft aus den Holzporen, anschließender Druckaufbau treibt das Schutzmittel tief ins Material.

Ja, beim Zuschnitt entstehen ungeschützte Stellen, die zusätzlich imprägniert werden sollten.

Nein, niemals im Hausbrand – die Fachentsorgung ist zwingend erforderlich.

Imprägniertechnik ist der übergeordnete Begriff, Kesseldruckverfahren die intensivste, industrielle Variante.

Für erdberührtes oder dauerhaft stark feuchtebelastetes Konstruktionsholz.

Über die entsprechende Fachentsorgung, niemals verbrennen.

Ähnliche Beiträge