Der g-Wert entscheidet bei Fenstern und Verglasungen über Sommerhitze und Winterwärme gleichermaßen – eine Kenngröße, die im energetischen Bauen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dieser Beitrag erklärt die physikalische Bedeutung, wofür der g-Wert relevant ist und worauf bei der Planung zu achten ist.
Was ist der g-Wert?
Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wie viel Prozent der auftreffenden Sonnenenergie durch eine Verglasung in den Innenraum gelangt – ein Wert von 0,6 bedeutet, dass 60 Prozent der Sonnenenergie durchgelassen werden. Nach DIN EN 410 wird dieser Wert genormt gemessen und berücksichtigt sowohl direkte Transmission als auch die sekundäre Wärmeabgabe des erwärmten Glases nach innen.
Der Zielkonflikt zwischen Winter- und Sommerkomfort
Ein hoher g-Wert nutzt im Winter kostenlose solare Wärmegewinne, kann aber im Sommer zu Überhitzung führen – dieser Zielkonflikt erfordert eine sorgfältige Abwägung je nach Gebäudeausrichtung, Verschattung und Klimazone, statt pauschal den höchstmöglichen oder niedrigsten Wert anzustreben.
Wo der g-Wert besonders relevant ist
Südorientierte Fensterflächen
Hier ist die Abwägung zwischen winterlichen solaren Gewinnen und sommerlichem Überhitzungsschutz besonders wichtig für die Glaswahl.
Energieeffiziente Neubauten
Im Rahmen des Energiebilanzverfahrens (siehe Energiebilanzverfahren) fließt der g-Wert direkt in die Berechnung des Energiebedarfs ein.
Großflächige Verglasungen in Bürogebäuden
Bei viel Glasfläche ist ein niedrigerer g-Wert oft sinnvoll, um sommerliche Kühllasten und Klimatisierungskosten zu reduzieren.
Richtige Berücksichtigung bei der Planung
- Ausrichtung des Gebäudes einbeziehen: Südfassaden erfordern andere Überlegungen als Nordfassaden
- Verschattungsmöglichkeiten prüfen: Bauliche Verschattung kann einen höheren g-Wert kompensieren
- Kombination mit U-Wert betrachten: G-Wert und Wärmedämmwert sollten gemeinsam bewertet werden
- Fachplaner bei komplexen Projekten einbeziehen: Die optimale Balance erfordert oft spezialisierte Berechnung
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
g-Wert vs. Energiebilanzverfahren
Das Energiebilanzverfahren (siehe Energiebilanzverfahren) betrachtet das gesamte Gebäude als System, während der g-Wert eine spezifische Kenngröße einzelner Verglasungen ist, die in diese Gesamtberechnung einfließt.







