Die Fensterbank schließt die Brüstung unter dem Fenster ab – außen als wetterführende Sohlbank, innen als nutzbare Ablage. Der Fensterbankanschluss ist die Verbindung zwischen Bank, Blendrahmen, Laibung und Wand und gehört zu den häufigsten Schadensstellen an der Fassade. Dieser Beitrag erklärt Materialien, das notwendige Gefälle und den Überstand, die Dehnungsfrage bei Aluminiumbänken, den Anschluss an ein Wärmedämm-Verbundsystem und die Abgrenzung zwischen äußerer Sohlbank und innerer Fensterbank.
Was ist eine Fensterbank?
Man unterscheidet die äußere Fensterbank, auch Sohlbank oder Fenstersohlbank genannt, und die innere Fensterbank. Die äußere Bank führt Regenwasser kontrolliert von der Fassade weg und schützt die Brüstung vor Durchfeuchtung. Die innere Bank deckt die Brüstung raumseitig ab, dient als Ablage und muss die luftdichte Ebene des Fensteranschlusses ungestört lassen. Beide Bänke sind bewegliche Bauteile: Sie müssen sich längs ausdehnen können, ohne die anschließenden Bauteile zu sprengen.
Materialien der äußeren Bank
Am häufigsten sind stranggepresste Aluminiumbänke mit eingebrannter Pulverbeschichtung, weil sie leicht, langlebig und in vielen Farben verfügbar sind. Naturstein wie Granit oder Kalkstein wirkt hochwertig und ist bei denkmalgeschützten Fassaden üblich, muss aber frostbeständig und ausreichend dick (mindestens 3 Zentimeter) sein. Betonwerkstein ist günstiger als Naturstein, aber schwerer und empfindlicher gegen Tausalz. Klinker- und Keramiksohlbänke passen zu Sichtmauerwerk. Kunststoffbänke sind billig, verspröden aber unter UV-Licht.
Materialien der inneren Bank
Innen dominieren beschichtete Spanplatten mit Postforming-Kante, Massivholz, Naturstein und mineralische Kunststeinplatten. Metall ist innen unpassend, weil es eine Wärmebrücke bildet und sich in der kälteren Brüstung schnell Tauwasser niederschlägt. Über Heizkörpern werden hitzebeständige Oberflächen und Lüftungsschlitze oder ein Abstand zur Wand vorgesehen, damit die warme Luft aufsteigen kann.
Gefälle, Überstand und Bordstücke
Das richtige Gefälle
Die äußere Fensterbank braucht ein Gefälle von mindestens 5 Grad, das entspricht etwa 9 Prozent oder 9 Millimeter Abfall je 10 Zentimeter Tiefe. Flacher verlegte Bänke lassen Wasser stehen, das bei Frost hinter die Bank kriecht. Steiler als 15 Grad wird selten ausgeführt, weil dann die Blendrahmen-Unterkante zu hoch liegt. Bei tiefen Laibungen ab etwa 25 Zentimetern wird die Bank zusätzlich mit einem Dränkeil oder einer profilierten Unterkonstruktion unterstützt.
Überstand und Tropfkante
Die Vorderkante steht 20 bis 40 Millimeter vor der fertigen Fassade und trägt eine nach unten gezogene Tropfnase, damit das Wasser abtropft und nicht an der Fassade zurückläuft. Bei einem WDVS wird der Überstand auf die endgültige Dämm- und Putzdicke bezogen, sonst sitzt die Bank später zu kurz. Die Tropfkante darf nicht auf dem Putz aufliegen, sondern muss frei stehen.
Seitliche Bordstücke
An beiden Enden greift die Bank mit einem hochgestellten Bordstück oder einer Endkappe 20 bis 30 Millimeter in die Laibung ein und wird dort eingeputzt oder mit einem Anputzprofil angeschlossen. Fehlen die Bordstücke, läuft Wasser seitlich hinter die Bank in die Laibung – der mit Abstand häufigste Grund für Putzabplatzungen und Feuchteschäden unter dem Fenster.
Anschluss und Einbau
Anschluss an den Blendrahmen
An der Rückseite wird die Bank in eine Nut oder unter ein Einschubprofil am Blendrahmen geführt oder mit einem Bankanschlussprofil verbunden. Dieser Übergang ist die kritischste Stelle: Er muss schlagregendicht sein und Bewegung aufnehmen. Unter der Bank liegt vollflächig ein Dichtband oder eine Dichtfolie, die das Wasser, das doch unter die Bank gelangt, auf die äußere Abdichtungsebene der Fensteranschlussfuge führt.
Auflager und Unterfütterung
Die Bank liegt über die gesamte Fläche auf einem tragfähigen, gefällegerechten Untergrund, meist einem Ausgleichsmörtel oder einem Dämmkeil aus druckfestem Hartschaum. Aluminiumbänke werden vollflächig unterfüttert oder unterschäumt, damit sie bei Regen nicht als Trommel wirken. Punktuelle Auflagerung führt zu Durchbiegung, klappernden Geräuschen und gerissenen Steinbänken.
Längsdehnung aufnehmen
Eine dunkle Aluminiumbank dehnt sich bei sommerlicher Aufheizung um etwa 2,4 Millimeter je Meter und 100 Kelvin. Deshalb werden die Endstücke als Gleitendstücke ausgeführt, die Befestigung erfolgt nur an einem Festpunkt in der Mitte, und lange Bänke ab etwa 2,5 bis 3 Metern bekommen ein Dehnungsstoßprofil. Wird eine lange Bank starr an beiden Enden eingeputzt, wölbt sie sich im Sommer auf oder drückt die Laibung ab.
Anschluss am WDVS
Bei einer gedämmten Fassade darf die Bank ihr Gewicht nicht auf die Dämmung abtragen. Sie liegt auf der Rohbrüstung oder auf Konsolen auf, die Dämmung wird darunter und seitlich lückenlos geführt, und der Übergang zur Dämmung wird mit einem Anputzdichtprofil hergestellt, das die Bewegung der Bank aufnimmt. Die Bordstücke werden in die gedämmte Laibung eingebunden.
Innenbank setzen
Die Innenbank wird in ein dünnes Mörtelbett oder auf Montageschaum mit ausrichtenden Klötzen gesetzt, leicht zur Wand geneigt gegen herablaufendes Kondenswasser. Die luftdichte Ebene der Fensteranschlussfuge wird dabei nicht angebohrt oder aufgeschlitzt. Der Randfugenspalt zur seitlichen Laibung wird mit dauerelastischem Dichtstoff geschlossen, damit keine Feuchte in die Brüstung zieht.
Wer die Bank erneuert, sollte den Bauanschluss gleich mit prüfen — Fensterbank und Anschlussfuge wirken als ein System. Außen greifen die Regeln für Abdichtungen: Gefälle, Bordstücke und Dichtband sind Teil der wasserableitenden Ebene.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Äußere vs. innere Fensterbank
Die äußere Bank ist ein bauphysikalisch wirksames Bauteil mit Gefälle, Tropfkante und Abdichtung. Die innere Bank ist überwiegend Ausbau und Ablage. Wer beide gleich behandelt – etwa eine Innenbank ohne Rücksicht auf die Dichtebene montiert oder eine Außenbank ohne Bordstücke – riskiert Feuchteschäden.
Fensterbank vs. Sohlbankprofil
Das Sohlbankprofil oder Fensterbankanschlussprofil ist ein Zubehörprofil aus Kunststoff oder Aluminium, das am WDVS den bewegungsfähigen, schlagregendichten Anschluss zwischen Bank und Putz herstellt. Die Fensterbank selbst ist die sichtbare Deckplatte. Das Profil ersetzt die Bank nicht, sondern schließt sie an.
Aluminium vs. Naturstein außen
Aluminium ist leicht, in einem Stück bis über 6 Meter lieferbar, muss aber wegen der starken Wärmedehnung gleitend gelagert und unterfüttert werden. Naturstein bewegt sich kaum, ist frostbeständig und optisch hochwertig, aber schwer, in der Regel gestückelt und an den Stößen anfällig für Wassereintritt. Die Wahl folgt meist der Fassadengestaltung.
Fensterbankanschluss vs. Fensteranschlussfuge
Die Fensteranschlussfuge ist die umlaufende Fuge zwischen Blendrahmen und Wand mit ihren drei Dichtebenen. Der Fensterbankanschluss ist der spezielle Teil dieser Fuge im Brüstungsbereich, wo zusätzlich die Bank, ihre Unterlage und ihre Bewegung berücksichtigt werden müssen. Er ist der am stärksten wasserbelastete Abschnitt des gesamten Anschlusses.
Wie eine Fensterbank im Dämmniveau eingebaut, abgedichtet und mit Gefälle ausgeführt wird, zeigt der Ratgeber Fensterbank im WDVS.
Sicherheit, Lagerung und Entsorgung
Arbeitsschutz
Beim Zuschnitt von Aluminiumbänken mit der Metallkappsäge fliegen heiße Späne: Schutzbrille, Gehörschutz und Handschuhe sind Pflicht. Naturstein wird nass geschnitten, um Quarzfeinstaub zu binden; sonst Absaugung und FFP3. Steinbänke ab 25 Kilogramm zu zweit heben.
Lagerung
Aluminiumbänke bis zum Einbau in der Schutzfolie lassen, aber nicht in der prallen Sonne lagern. Liegend und vollflächig unterstützt stapeln. Natur- und Betonwerkstein trocken und frostfrei, Postforming-Bänke vor Feuchte schützen.
Entsorgung
Aluminium ist sortenrein wertvoller Metallschrott, Natur- und Betonwerkstein mineralischer Bauschutt. Beschichtete Spanplatten sind behandeltes Altholz. Kartuschen mit Restinhalt gehören zur Schadstoffsammelstelle, restentleerte sind Restabfall.







