Die Außenfensterbank ist im Wärmedämmverbundsystem das Bauteil, das das Regenwasser von der Fassade und aus der Dämmebene heraushält. Sie sitzt auf der Dämmung, steht mindestens 40 Millimeter über die fertige Putzfläche vor und wird mit einem Gefälle von 5 Grad eingebaut — so läuft das Wasser ab, statt am Anschluss zum Fenster in die Dämmung zu ziehen.
Wer die Fensterbank selbst setzt oder ein Angebot prüfen will, braucht vier Werte und drei Anschlüsse: Ausladung, Länge, Überstand, Gefälle — und dazu die Fuge zum Fenster, die Fuge zur Dämmung und die Tropfkante. Alles andere ergibt sich daraus.
Was die Fensterbank im WDVS leisten muss
Ein WDVS ist wasserempfindlich: Dämmplatten aus Mineralwolle oder Holzfaser nehmen Feuchtigkeit auf, und ein nasser Anschluss fällt erst Jahre später auf — als Riss im Putz, als Algenbewuchs am Fenster oder als feuchte Laibung von innen. Die Fensterbank ist deshalb keine Zierleiste, sondern die erste Dichtebene am Fenster.
Drei Wege muss das Wasser nehmen können: über die Fensterbank nach vorn ablaufen, an der Tropfkante frei abtropfen und an der Fuge zum Blendrahmen gar nicht erst eintreten. Bleibt einer dieser Wege zu, steht das Wasser am Anschluss — und dort liegt die Dämmung.
Die Werte in diesem Beitrag folgen den technischen Merkblättern der Fensterbank- und Systemhersteller (Stand 06/2026). Für Ihr Objekt gilt die Zulassung Ihres WDVS-Systems; sie geht im Zweifel vor.
Vorher einbauen oder nachträglich?
Für die Reihenfolge gibt es zwei Wege, und sie bestimmen die Länge der Fensterbank:
| Variante | Ablauf | Länge der Fensterbank | Was sie voraussetzt |
|---|---|---|---|
| Vorherige Montage | Fensterbank sitzt vor der Dämmung und wird in das WDVS eingebunden | Fertiges Lichtes Maß plus 32 Millimeter, mit Endkappe | die Fensterbank ist vor dem Dämmen da |
| Nachträgliche Montage | Fensterbank wird über die fertige Dämmung gesetzt | Fertiges Lichtes Maß minus 20 Millimeter, mit Klinkerendkappe | zweite Dichtebene unter der Fensterbank |
Der vorherige Einbau ist der einfachere und der dichteste, weil die Fensterbank an der Wand aufliegt und die Dämmung darüber gestoßen wird. Der nachträgliche Einbau ist der Fall, wenn das WDVS schon steht: Dann ist eine zweite Dichtebene als Wanne unter der Fensterbank erforderlich, die Dämmplatten werden in diesem Bereich mit Gefälle und fugenfrei eingebaut, und die Fensterbank ist kürzer, weil die Klinkerendkappe die Fassade überdeckt.
Wer nachträglich einbaut, plant das vorher ein. Die Fachliteratur schreibt für Metallfensterbänke in bestehenden WDVS ausdrücklich eine gesonderte Planung und Ausschreibung vor — ein Fall für einen Fachbetrieb, nicht für den Samstagvormittag.
Die vier Maße
Die Ausladung ist die Tiefe der Fensterbank von der Wand bis zur Vorderkante. Sie ergibt sich aus der Leibungstiefe plus der Dicke des gesamten Systems plus 40 Millimeter Überstand. Die 40 Millimeter sind keine Reserve, sondern der Mindestüberstand vor die fertige, also geputzte und gestrichene Fassade — erst darunter kann das Wasser frei abtropfen, ohne die Wand zu benetzen.
Die Länge ist das Fertige Lichte Maß der Fensteröffnung plus dem Aufschlag der gewählten Montageart (siehe Tabelle). Das Fertige Lichte Maß ist der Abstand zwischen den Putzkanten der Laibungen, nachdem der Putz fertig ist — nicht der Rohbaumaß. Ein Zentimeter zu kurz wird als Fuge sichtbar, ein Zentimeter zu lang kostet die Klinkerendkappe.
Der Überstand ist der Wert, der am häufigsten unterschritten wird: Wer die Ausladung knapp wählt, damit die Fensterbank optisch bündig wirkt, nimmt dem Wasser den Ablauf. Mindestens 40 Millimeter vor die fertige Fassade.
Das Gefälle beträgt 5 Grad oder 8 Prozent. Beides gehört zum selben Maß: Das Wasser muss ablaufen, ohne über die Vorderkante zu schießen und ohne in der Mitte stehen zu bleiben. Das Gefälle gehört in die Unterkonstruktion — eine Fensterbank, die erst beim Verschrauben in Form gezogen wird, liegt nicht eben auf und klappert.
Bei Aluminium ist außerdem die Längenausdehnung einzuplanen: bis zu 1,2 Millimeter je Meter bei 50 Grad Temperaturunterschied. Endkappen mit Dichtschuh nehmen diese Bewegung auf. Ab 3 Meter Gesamtlänge wird die Fensterbank geteilt und mit einem Stoßverbinder verbunden.
Die drei Anschlüsse
Zum Blendrahmen. Die Fuge zwischen Fensterbank und Fensterrahmen wird mit einem umlaufenden Fugendichtband geschlossen, das hinter der Fensterbank liegt. Hohlräume unter der Fensterbank sind zu vermeiden; wo sie unvermeidbar sind, werden sie mit Dämmstoff gefüllt, damit sich dort kein Wasser sammelt.
Zur Dämmung. Zwischen Fensterbank und Dämmstoff stellt ein umlaufend eingebautes Fugendichtband die Schlagregendichtheit her. Der Putzaufbau wird durch einen Kellenschnitt von der Fensterbank entkoppelt, sonst reißt der Putz an der Kante. Im Eckbereich wird die Dämmplatte ausgeklinkt. Nach dem Merkblatt 21 des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz sind Kreuzfugen dabei nicht zulässig, T-Fugen dagegen schon.
Nach vorn. Die Tropfkante muss frei hängen. Achten Sie darauf, dass die Entwässerungsöffnungen am unteren Blendrahmen nicht durch die Fensterbank verschlossen oder auch nur teilweise verdeckt werden — sie sind der Wasserablauf des Fensters.
Ein Punkt, der oft vergessen wird: Die Führungsschienen von Rollläden werden neben die Aufkantung der Fensterbankendkappe geführt und enden höchstens 8 Millimeter davor, damit ablaufendes Wasser auf die Fensterbank und nicht in die Dämmung läuft.
Halter und Antidröhnband
Die Fensterbank liegt nicht nur auf dem Dämmstoff, sie braucht Halter. Zwei Halter je Fensterbank sind die Regel; ab einer Ausladung von 150 Millimetern sind sie zwingend, und der Abstand zwischen zwei Haltern darf höchstens 60 Zentimeter betragen. Halter wirken als Wärmebrücke — bei der Planung zählt deshalb nicht nur die Tragfähigkeit, sondern auch die thermische Trennung.
Ein Antidröhnband auf der Unterseite nimmt das Klappern der Regentropfen. Es bedeckt mindestens ein Drittel, besser zwei Drittel der hinteren Unterseite. Insbesondere bei Metallfensterbänken über einem Schlafzimmer ist das der Unterschied zwischen „regnet“ und „klopft“.
Fensterbank setzen: die Reihenfolge
- Messen und bestellen. Fertiges Lichtes Maß, Leibungstiefe und Systemdicke aufnehmen, daraus Ausladung und Länge rechnen.
- Untergrund vorbereiten. Bei nachträglichem Einbau die Dämmfläche im Fensterbankbereich eben, fugenfrei und mit Gefälle herrichten.
- Antidröhnband aufkleben und die Fensterbank probeweise auflegen; Gefälle mit der Wasserwaage kontrollieren.
- Halter setzen im Abstand von höchstens 60 Zentimetern, thermisch getrennt.
- Fensterbank verschrauben und die Fugen zum Rahmen und zur Dämmung mit Fugendichtband schließen, Hohlräume ausdämmen.
- Endkappen aufstecken, nachdem die Schutzfolie an den Kanten auf etwa 30 Millimetern abgelöst wurde.
- Kellenschnitt setzen und den Putz wieder anarbeiten, ohne die Tropfkante zu überputzen.
Als Fensterbank für die nachträgliche Montage mit 2 Metern Länge: eine pulverbeschichtete Alu-Fensterbank in Weiß für 30,72 Euro, 4,6 Sterne aus 230 Rückmeldungen. Für die Befestigung ein Satz Edelstahl-Fensterbankschrauben mit Dichtscheibe und Abdeckkappe, 50 Stück für 8,20 Euro, 4,6 Sterne aus 168 Rückmeldungen (Produktdaten, Stand 12.09.2026). Die Schrauben mit Dichtscheibe sind wichtig: Durch die Schraubenlöcher darf kein Wasser in die Unterkonstruktion.

Häufige Fragen
Fazit
Die Fensterbank entscheidet mit über die Lebensdauer eines WDVS. Vier Werte müssen stimmen — Ausladung, Länge, Überstand und Gefälle — und drei Anschlüsse dicht sein: zum Rahmen, zur Dämmung und nach vorn an der Tropfkante. Der vorherige Einbau ist der einfachere Weg; wer nachträglich einbaut, plant die zweite Dichtebene von vornherein mit. Wie das System insgesamt aufgebaut ist, steht im WDVS-Ratgeber; was ein Anstrich der fertigen Fassade kostet, im Beitrag Fassade streichen — und was die Dämmung selbst pro Quadratmeter kostet, unter Was kostet ein WDVS?.
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