Schnelle Antwort
Rauputz wird mit einer deckenden Dispersionsfarbe oder, bei mineralischem Untergrund, mit Silikatfarbe gestrichen. Entscheidend sind drei Dinge: eine Rolle mit langem Flor (mindestens 20 mm), eine Farbe, die für strukturierte Untergründe ausreichend deckt, und ein Auftrag in zwei Durchgängen mit Zwischentrocknung. Der Verbrauch liegt deutlich über dem einer glatten Wand — rechnen Sie mit 30 bis 50 Prozent mehr Farbe. Gesprüht wird nur, wenn der Raum leer ist und der Putz keine feinen Strukturen hat, die zugesetzt werden könnten.
Was Rauputz vom glatten Untergrund unterscheidet
Rauputz hat eine erhabene Oberfläche. Daraus folgen drei Konsequenzen:
- Die Fläche ist größer als die Wand. Die Struktur vergrößert die zu beschichtende Oberfläche je nach Tiefe um 20 bis 40 Prozent.
- Eine Rolle erreicht nicht jede Vertiefung. Kurzflorige Rollen streichen nur die Spitzen und lassen die Täler hell.
- Farbe kann die Struktur zusetzen. Sehr dick eingestellte Farbe füllt die Vertiefungen und macht die Oberfläche glatt — der Charakter geht verloren.
Der Untergrund ist damit kein Nachteil, sondern das Gestaltungsmerkmal.
Struktur und Ausführung des Putzes selbst behandelt Rauputz; die Abgrenzung zum Kratzputz und die Wahl der Grundierung stehen in den jeweiligen Einträgen. Welche Rolle zu welcher Struktur passt, beschreibt Farbroller. Der Anstrich soll ihn erhalten, nicht einebnen.
Farbe wählen
| Untergrund | Farbe | Anmerkung |
|---|---|---|
| mineralischer Rauputz (Kalk, Kalkzement) | Silikatfarbe oder mineralische Farbe | diffusionsoffen, für Fassade und Innen |
| Gipsputz, Stuck | Dispersionsfarbe | gute Deckkraft, leicht zu verarbeiten |
| bereits gestrichener Rauputz | Dispersionsfarbe | Haftung vorher prüfen |
| Feuchtraum | Dispersionsfarbe mit Nassabriebklasse 2 | abwaschbar |
| Fassade | Fassadenfarbe mit Witterungsschutz | kein Innenwandprodukt |
Deckkraft ist das wichtigste Kriterium. Rauputz schluckt Farbe: Bei einer Struktur mit tiefen Tälern reicht eine Farbe mit Deckkraftklasse 2 oft nicht in zwei Durchgängen. Deckkraftklasse 1 ist die sichere Wahl.
Der Farbkasten: Eine Innenfarbe mit hoher Deckkraft deckt strukturierte Untergründe in zwei Durchgängen.
Für mineralische Untergründe: Eine Silikatfarbe verbindet sich mit dem Putz und bleibt diffusionsoffen — die richtige Wahl für Kalk- und Kalkzementputz.
Vorbereitung
- Reinigen. Staub, Fett und Nikotinablagerungen entfernen. In Küchen und Raucherräumen ist ein Entfetter nötig, sonst haftet die Farbe nicht.
- Risse prüfen. Haarrisse im Putz sind unkritisch, breitere Risse werden mit Reparaturmörtel oder Spachtelmasse geschlossen.
- Grundieren. Stark saugender Putz wird mit Tiefgrund vorbehandelt. Das verhindert, dass die Farbe ungleichmäßig einschlägt und fleckig trocknet.
- Abdecken. Boden, Möbel und Heizkörper abdecken; Rauputz spritzt beim Rollen mehr als glatte Flächen.
Der Grundierungskasten: Für saugende Putzflächen ist ein Tiefgrund die Voraussetzung für gleichmäßige Deckung.
Der Abdeckkasten: Malervlies schützt Möbel und Boden vor Spritzern und Staub; bei Rauputz ist die Spritzweite beim Rollen größer.
Die richtige Rolle
Die Rollenwahl entscheidet über das Ergebnis:
| Rolle | Flor | geeignet für |
|---|---|---|
| Kurzflor | 6 bis 10 mm | glatte Flächen, Lacke |
| Mittelflor | 12 bis 18 mm | feine Strukturen |
| Langflor | 20 bis 25 mm | Rauputz, Kratzputz, tiefe Struktur |
| Strukturrolle | 25 mm und mehr | grobe Putze, Fassade |
Eine Langflorrolle nimmt mehr Farbe auf und gibt sie gleichmäßiger ab. Beim Streichen wird in zwei Richtungen gearbeitet — erst kreuzweise zum Einarbeiten, dann in einer Richtung zum Verstreichen.
Der Rollenkasten: Ein Farbroller-Set mit Langflorbezug und Farbwanne deckt den Anstrich strukturierter Wände ab.
Streichen oder sprühen
Streichen ist der Regelfall. Zwei Durchgänge, Zwischentrocknung von vier bis sechs Stunden, kein direkter Zugluftstrom auf die frische Fläche.
Sprühen ist bei großen Flächen wirtschaftlich, hat aber zwei Grenzen: Der Sprühnebel verteilt sich im ganzen Raum, und feine Strukturen werden zugesetzt. Für Kratzputz und Reibeputz im Innenraum ist Streichen meist die bessere Wahl.
Der Pinselkasten: Für Ecken, Kanten und Anschlüsse an Fensterbänken braucht es einen Pinsel; die Rolle kommt nicht in jede Ecke.
Bei Fassaden-Rauputz
Außen gelten zusätzliche Regeln:
- Wetterfenster: 10 bis 25 Grad, kein Regen in den nächsten 12 Stunden, keine direkte Sonne auf der frischen Fläche.
- Silikatfarbe auf mineralischem Putz befestigt sich chemisch mit dem Untergrund und bleibt diffusionsoffen.
- Algen und Grünbelag werden vorher entfernt, sonst überstreicht man sie und sie kommen durch.
- Imprägnierung statt zusätzlichem Anstrich, wenn die Fassade intakt ist und nur der Bewuchs stört.
Der Fassadenkasten: Für Außenflächen gehört eine witterungsbeständige Fassadenfarbe in Silikat- oder Silikonharzqualität dazu.
Farbverbrauch
Für glatte Wände rechnet man mit 7 bis 9 Quadratmetern je Liter. Bei Rauputz sinkt dieser Wert auf etwa 4 bis 6 Quadratmeter je Liter, bei grobem Kratzputz noch darunter. Für einen Raum mit 40 Quadratmetern Wandfläche sind das grob 7 bis 10 Liter für zwei Durchgänge — Beschaffung in einem Gebinde ist günstiger als drei Nachkäufe, und zwei Liter Reserve schaden nicht.
Häufige Fehler aus der Praxis
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| Kurzflorrolle auf Rauputz | Die Täler bleiben hell, die Struktur wirkt gefleckt. | Langflor, 20 mm und mehr. |
| Nur ein Durchgang | Rauputz braucht zwei; ein Durchgang deckt die Täler nicht. | Zwischentrocknung einplanen. |
| Farbe zu dick eingestellt | Die Struktur wird zugesetzt. | Herstellerangabe zur Verdünnung einhalten, im Zweifel unverdünnt. |
| Ungrundiert gestrichen | Der Putz saugt ungleichmäßig, die Fläche wird fleckig. | Tiefgrund. |
| Bei direkter Sonne gestrichen | Die Farbe trocknet zu schnell und verbindet sich nicht mit dem Untergrund. | Schattenseite zuerst, morgens oder abends arbeiten. |







