Risse und Abplatzungen setzen Sie instand, indem Sie die Schadstelle bis zum tragfähigen Beton ausstemmen, die Bewehrung freilegen, entrosten, mit Korrosionsschutz versehen und mit Instandsetzungsmörtel nach DIN EN 1504-3 reprofilieren. Tragende und wasserführende Risse gehören vorher in Planerhand. Reine Rostspuren an der Oberfläche behandeln Sie getrennt, wie unter Rostflecken auf Putz und Beton neutralisieren beschrieben.
Welche Schäden eine Instandsetzung brauchen und welche nicht
Nicht jede Unregelmäßigkeit am Beton ist ein Schaden. Schalungsabdrücke, Farbunterschiede zwischen Betonierabschnitten und Porennester sind Oberfläche. Eine Instandsetzung ist erst begründet, wenn die Substanz betroffen ist oder ein Schadmechanismus die Bewehrung erreichen kann. Vier Bilder verlangen sie:
- Abplatzungen mit freiliegender oder rostüberzogener Bewehrung
- durchgehende Risse mit Wasseraustritt
- Kiesnester und Fehlstellen mit unzureichender Betondeckung
- chloridbelastete Bereiche: Garagenböden, Tiefgaragenrampen, Sockel, Stützenfüße im Spritzbereich von Taumitteln
Alles andere ist zunächst Beobachtung. Prüfen Sie, ob die Betondeckung intakt ist, ob die Schadstelle wächst und ob Wasser ins Bauteil gelangt.
Das Regelwerk ist die Normenreihe DIN EN 1504, unter anderem Teil 2 Oberflächenschutzsysteme, Teil 3 Instandsetzungsmörtel, Teil 5 Rissinjektion und Teil 7 Korrosionsschutz der Bewehrung. Die DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen liefert den deutschen Rahmen, für Bundesfernstraßen zusätzlich die ZTV-ING Teil 3 Abschnitt 4 und 5; für ein privates Wohngebäude gilt sie nicht.
Abgrenzung: Dieser Beitrag behandelt die konstruktive Instandsetzung, also Rissbewertung, Schadstellenaufbau und Bewehrungsschutz. Oberflächliche Rostspuren sind ein eigener Themenbereich, die Gerätetechnik beim Schleifen ebenfalls. Wer Sichtbeton gestalten statt reparieren will, findet das unter Betonoptik und Beton Ciré.
Kleine, nicht tragende Fehlstellen schließen Sie mit fertig angemischtem Füllmörtel aus der Kartusche; er ersetzt keinen Instandsetzungsmörtel.
MEM Reparatur-Mörtel Fix & Fertig, Zementgrau, 300 ml: gebrauchsfertig, nach Herstellerangabe für Fehlstellen bis 20 mm, weitere Schichten nach frühestens 24 Stunden, Verarbeitung zwischen etwa 5 und 35 Grad, mindestens 5 Stunden Schutz bis zur Hautbildung. 7,89 Euro, Bewertung 4,3 aus 2.507, auf Lager (Produktdaten, Stand 16.09.2026).
Risse bewerten: statisch oder nicht
Risse sind nicht grundsätzlich schädlich. Bei auf Zug oder Biegung beanspruchtem Stahlbeton gehören sie zum Prinzip der Lastabtragung: Bevor der Bewehrungsstahl die Zugkräfte vollständig übernimmt, ist der Beton gerissen. Entscheidend sind Breite, Tiefe und die Frage, ob der Riss sich weiter bewegt.
Das Zement-Merkblatt B 18 Risse im Beton ordnet die Ursachen nach Rissbild und Entstehungszeitpunkt:
- Setzen des Frischbetons: Längsrisse über der oberen Bewehrung, oft mehrere Millimeter breit, geringe Tiefe, in den ersten Stunden
- Frühschwinden: richtungslose Oberflächenrisse auf flächigen Bauteilen, teils über 1 mm, geringe Tiefe
- Hydratationswärme und Trocknungsschwinden: Oberflächen-, Trenn- und Biegerisse über 1 mm, in den ersten Tagen bis Monaten
- Temperatureinwirkung und Setzungen: Biege- und Trennrisse über 1 mm, jederzeit während der Nutzung
- Frost und Bewehrungskorrosion: Risse längs der Bewehrung und Absprengungen, nach Jahren
Praktisch heißt das: Netzartige Schwindrisse an einer Außenwand sind ein Oberflächenphänomen. Sie verschließen sie, damit kein Wasser und kein Kohlendioxid in die Tiefe gelangt. Ein einzelner Riss, der über die Bauteildicke durchgeht, Wasser durchlässt oder an Stütze, Träger, Auflager oder Deckenuntersicht sitzt, ist kein Fall für die Kartusche. Ebenso wenig ein Riss mit Versatz der Rissufer, ein über Monate breiter werdender Riss oder ein Riss in einem Bauteil, dessen Tragverhalten Sie nicht beurteilen können.
Beobachten statt raten: Gipsmarken quer über den Riss legen oder eine Rissuhr setzen, Datum und Messwert notieren, über Wochen bis Monate nachmessen. Ein Riss, dessen Breite über die Jahreszeiten atmet, ist bewegt und braucht ein anderes System als ein stehender Riss. Bei der kleinsten Unsicherheit gehört die Frage zu einem Statiker oder sachkundigen Planer.
Drei Zwecke sind beim Verschließen zu trennen: Die statische Verklebung überträgt Kraft und arbeitet mit Epoxidharz. Die Abdichtungsinjektion schließt Wasserwege und arbeitet mit Polyurethan oder Acrylatgel. Die Verfüllinjektion füllt Volumen mit Zementsuspension. Eingebracht wird drucklos über Schwerkraft oder druckgestützt über Packer. Wer die Zwecke verwechselt, verliert entweder die Dichtheit oder den Kraftschluss.
weber.sys 891 Hohlstellenverguss und Rissverguss, 1 Liter: niedrigviskose Acryl-Copolymer-Dispersion für Haarrissverschluss und Hohllagen unter Belägen, Haftung auf Beton nach Herstellerangabe 1 N/mm², Dehnung 500 Prozent. Bleibt elastisch und ist damit kein kraftschlüssiger Verguss statisch relevanter Risse; Verarbeitung zwischen etwa 5 und 25 Grad auf trockenen Flächen. 41,47 Euro, Bewertung 4,4 aus 28, nur noch 1 auf Lager (Produktdaten, Stand 16.09.2026).
Abplatzungen, Karbonatisierung und freiliegende Bewehrung
Abplatzungen haben fast immer dieselbe Ursache: Die Bewehrung korrodiert, der Rost braucht mehr Volumen als der Stahl, den er ersetzt, und sprengt die Betondeckung von innen ab. In der Fachliteratur wird das Volumen der Korrosionsprodukte mit dem Sechs- bis Zehnfachen des Stahlvolumens angegeben.
Dass Stahl im Beton nicht rostet, liegt an der alkalischen Porenlösung: Bei einem pH-Wert von etwa 12,5 bis 13,5 bildet sich eine Passivschicht. Zwei Vorgänge zerstören sie.
Karbonatisierung: Kohlendioxid diffundiert in die Betonporen und reagiert mit Calciumhydroxid zu Calciumcarbonat. Der pH-Wert fällt nach Angaben der Baustoffliteratur von über 12 auf unter 9, und unterhalb etwa pH 9 bricht die Passivschicht zusammen. Für ungeschützten Beton werden Karbonatisierungstiefen bis in den Bereich von 10 bis 30 mm nach etwa 30 Jahren genannt.
Chloride: Tausalz zerstört die Passivschicht lokal, auch bei hohem pH-Wert, und führt zu Lochfraß. Deshalb sind Garagenböden, Rampen, Parkdecks, Sockel und Stützenfüße im Spritzbereich besonders gefährdet. Der Beton wird über Expositionsklassen eingeteilt: XC1 bis XC4 für Karbonatisierung, XD1 bis XD3 für Chloride außer Meerwasser, XS1 bis XS3 für Chloride aus Meerwasser, XF1 bis XF4 für Frostangriff mit und ohne Taumittel. XD3 erfasst etwa Fahrbahndecken und befahrene Verkehrsflächen ohne Oberflächenschutz oder Abdichtung.
Vor Ort ergibt sich daraus eine Reihenfolge, die sich nicht abkürzen lässt:
- Betondeckung prüfen. Karbonatisierungstiefe mit Phenolphthalein-Indikatorlösung an einer aufgebrochenen Stelle sichtbar machen und mit der vorhandenen Deckung vergleichen.
- Bewehrung freilegen, nicht nur abklopfen. Hohle Stellen mit dem Hammer abklopfen und Beton entfernen, bis der Klang fest wird.
- Entrosten und Korrosionsschutz nach DIN EN 1504-7 auftragen. Ein freigelegter Stab ohne Schutz rostet weiter, weil ihm die alkalische Umgebung fehlt.
- Betondeckung wiederherstellen, mindestens in der ursprünglichen Tiefe. Ohne Abtrag des schadhaften Betons wird die neue Überdeckung zu dünn.
- Ursache abstellen. Ohne Oberflächenschutz läuft die Karbonatisierung weiter.
Schneiden Sie keine Bewehrung heraus, auch wenn sie scheinbar nutzlos wirkt. Der Querschnitt ist bemessen, die Entscheidung liegt beim Planer.
Der Schadstellenaufbau: welcher Mörtel wofür
Die Produktwahl folgt dem Schadensbild. DIN EN 1504-3 klassifiziert Instandsetzungsmörtel (RM) und Instandsetzungsbeton (RC) über Druckfestigkeits- und Haftzugklassen R1 bis R4, trennt statisch relevante von nicht statisch relevanter Instandsetzung und unterscheidet polymermodifizierte zementgebundene Mörtel (PCC) von spritzbaren Varianten (SPCC) für den maschinellen Auftrag.
| Schadensbild | Vorbereitung | Mörtelart oder System |
|---|---|---|
| Netzartige Haarrisse ohne Wasserführung | Ausbürsten, Entstauben, anschleifen | Elastische Rissvergussflüssigkeit |
| Einzelriss mit Wasserführung | Packer setzen, Rissflanken reinigen | Injektion mit Polyurethan oder Acrylatgel nach DIN EN 1504-5 |
| Riss mit möglicher statischer Relevanz | Vorher Planer einschalten | Kraftschlüssige Verklebung mit Epoxidharz nach DIN EN 1504-5 |
| Fehlstelle bis etwa 20 mm, nicht tragend | Aushöhlen, Entstauben, Vornässen | Gebrauchsfertiger Füllmörtel |
| Abplatzung mit freiliegender Bewehrung | Ausstemmen, freilegen, entrosten, Korrosionsschutz | PCC-Mörtel für statisch relevante Instandsetzung nach DIN EN 1504-3 |
| Hohllagen unter Fliesen, Estrichen, Putzen | Anbohren, reinigen, trocknen | Niedrigviskose Injektionsflüssigkeit |
| Ausbruch im Boden, 5 bis 100 mm tief | Ausfegen, öl- und fetthaltigen Beton entfernen | Gießbarer zementbasierter Reparaturmörtel |
| Flächige Karbonatisierung ohne Abplatzung | Reinigen, Feuchte und Zugfestigkeit prüfen | Oberflächenschutzsystem nach DIN EN 1504-2 |
Für vertikale und horizontale Schadstellen an Stützen und Balkonkanten hat sich thixotroper PCC-Mörtel durchgesetzt: Er läuft nicht ab und haftet auch über Kopf.
Sika Universalmörtel MonoTop 112 MultiUse Repair: einkomponentiger thixotroper Instandsetzungsmörtel für lokale und flächige Reprofilierung, auch über Kopf, nach Herstellerangabe für statisch relevante Instandsetzung nach DIN EN 1504-3, Schichtdicke ab 5 mm, Größtkorn 2,5 mm, Druckfestigkeit rund 50 MPa nach 28 Tagen. 24,80 Euro, Bewertung 4,6 aus 448, auf Lager (Produktdaten, Stand 16.09.2026).
In waagerechten Fehlstellen lässt sich ein gießbarer, selbstnivellierender Mörtel in einem Zug einbauen; Hersteller geben Mindesttiefen vor, weil dünne Schichten unter Radlast abscheren.
Floorsaver gießbarer Reparaturmörtel für Beton, 10 kg, grau: zementbasiert, für Löcher von 5 bis 100 mm Tiefe in einem Arbeitsgang, selbstnivellierend, Mischung 1 Teil Wasser auf 3 Teile Pulver, keine Grundierung nötig, Auftrag auf feuchtem, nicht nassem Untergrund, begehbar nach 1 Stunde, stark nutzbar nach 4 Stunden, überstreichbar nach 12 Stunden (bei 5 Grad nach 24 Stunden), nicht unter 5 Grad anwenden. 72,47 Euro, Bewertung 4,4 aus 63, auf Lager (Produktdaten, Stand 16.09.2026).
Vorbereitung: Ausstemmen, Ausbürsten, Entrosten, Vornässen
Die Vorbereitung entscheidet über die Haltbarkeit, nicht der Mörtel. Die SIVV-Ausbildungspraxis nennt für das Freilegen einer korrosionsgeschädigten Stelle diese Maße:
- allseits mit etwa 45 Grad ausstemmen, Ränder ausspitzen statt senkrecht abschneiden
- Tiefe unterhalb der Bewehrung mindestens 1 cm, bei Stabdurchmessern ab 16 mm mindestens 1,5 cm
- seitlich etwa 2 cm in den rostfreien Beton hinein
- Bewehrung weder beschädigen noch entfernen
- die früher geforderte senkrechte Oberkante von etwa 1 cm wird in neueren Fassungen nicht mehr verlangt
Zum Ausstemmen eignen sich Hammer und Meißel, elektrische oder pneumatische Schlaghämmer oder das Hochdruckwasserstrahlen, das das Bauteil am wenigsten erschüttert. Entrosten heißt mehr als Drahtbürsten: Der Stab wird bis auf den blanken Stahl freigelegt und ringsum, auch auf der Rückseite, zugänglich gemacht. Wo Beton großflächig abgetragen oder eine alte Beschichtung abgenommen wird, arbeiten Sie mit einem Betonschleifer samt Diamantscheibe und Absaugung; Einzelheiten stehen unter Betonschleifer: Geräte, Scheiben und Absaugung.
Danach wird die Fläche ausgebürstet, entstaubt und ausgeblasen; lose Partikel, Staub und Ölreste sind Trennschichten. Der Untergrund wird mattfeucht vorgewässert, weil trockener Beton dem frischen Mörtel das Anmachwasser entzieht. Unterschiedlich saugende Flächen werden gleichmäßig vorgenässt, damit der Mörtel nicht streifenweise verschieden abbindet. Wasserpfützen sind ebenso falsch wie trockene Flächen: Der Mörtel darf nicht aufschwimmen.
Die Witterung ist eine harte Grenze. Alle genannten Systeme nennen etwa 5 Grad Celsius als untere Verarbeitungstemperatur. Darunter erhärtet zementgebundener Mörtel nicht mehr zuverlässig, und Frost sprengt die junge Schicht.
Mörtel verarbeiten und nachbehandeln
Zementgebundener Instandsetzungsmörtel wird nur mit Wasser angemischt, in der angegebenen Menge. Größenordnungen: etwa 0,70 bis 0,84 Liter Wasser je 5 kg Pulver beim thixotropen PCC-Mörtel, ein Teil Wasser auf drei Teile Pulver beim gießbaren Bodenmörtel. Nachträgliches Verdünnen kostet Festigkeit und Haftung, nachträgliches Aufrühren einer schon abbindenden Mischung zerstört die Struktur.
Beim Einbau gilt:
- Nur so viel anmischen, wie in der Verarbeitungszeit eingebaut werden kann; beim gießbaren Bodenmörtel sind das nach Herstellerangabe etwa 10 Minuten.
- Mörtel mit Druck in die Fehlstelle einbringen und verdichten, nicht einwerfen.
- Oberfläche mit Kelle oder Glättholz abziehen und an die umgebende Fläche anpassen.
- Schichtdicken einhalten: Der PCC-Mörtel beginnt bei 5 mm, gebrauchsfertige Füllmörtel enden bei 20 mm je Arbeitsgang, weitere Lagen erst nach 24 Stunden.
- Bei Hohllagen und feinen Rissen reicht Gießen, mehrfaches Nachgießen ist möglich.
Die Nachbehandlung ist der Schritt, an dem Eigenleistungen am häufigsten scheitern. Frischer Mörtel trocknet an der Oberfläche aus, bevor er erhärtet ist; es entstehen Schwindrisse, und die Endfestigkeit bleibt unter dem Produktvermögen. Also nach dem Abziehen feucht halten, abdecken und vor Sonne, Wind und Zugluft schützen. Die ZTV-ING führt die Nachbehandlung in Abschnitt 1.7.6 als eigenen Arbeitsschritt. Die Dauer hängt von System, Bauteiltemperatur und Beanspruchung ab, verbindlich sind die Herstellerangaben. Die Bandbreite ist groß: mindestens 5 Stunden Schutz bis zur Hautbildung beim Füllmörtel, Begehbarkeit nach 1 Stunde und Überstreichbarkeit nach 12 Stunden beim beschleunigten Bodenmörtel, Befahrbarkeit nach 2 Stunden bei einem Fahrbahn-Reparaturbeton.
Bei größeren Maßnahmen gehört eine Prüfung dazu. Die Haftzugfestigkeit am Altbeton wird nach DIN EN 1542 geprüft; ein Abreißversuch auf einer Probefläche deckt zu trockenen, staubigen oder zu glatten Untergrund zuverlässig auf. Für den Reprofilermörtel wird ein Wert von rund 2,0 MPa angegeben. Ob er am Objekt erreicht wird, sagt allein die Messung.
Oberflächenschutz und Abdichtung
Wer nur Abplatzungen füllt und die Fläche so lässt, hat die Schadstelle saniert und den Mechanismus behalten. Karbonatisierung und Chlorideindringung laufen weiter. Der Oberflächenschutz nach DIN EN 1504-2 ist deshalb kein Zubehör, sondern der zweite Teil der Maßnahme.
Die DAfStb-Erläuterungen unterscheiden die Systeme OS 1 bis OS 9:
- OS 1 Hydrophobierung auf Silan- oder Siloxanbasis, wasserabweisend bei offenen Poren
- OS 2 Beschichtung ohne Spachtelung, mindestens zwei Schutzschichten auf Acrylatbasis
- OS 4 Beschichtung mit Spachtelung, der typische Fassadenanstrich
- OS 5a und OS 5b Beschichtungen mit geringer Rissüberbrückung und Kratzspachtelung
- OS 7 Beschichtung unter Dichtungsschichten
- OS 8 Beschichtung für begeh- und befahrbare Flächen, nicht rissüberbrückend, auf Epoxidharzbasis
- OS 9 Beschichtung mit erhöhter Rissüberbrückung
Die Wahl hängt an der Rissbewegung: Stehende Haarrisse verträgt ein System ohne Rissüberbrückung, bewegte Risse brauchen OS 5 oder OS 9. Begeh- und befahrbare Flächen erhalten ein System für mechanische Belastung, oft in Kombination mit einer flüssigen Abdichtung. Erdberührte Bauteile brauchen zusätzlich die Bauwerksabdichtung; sie ist nicht Teil dieses Beitrags.
Flächige Spachtelungen werden mit einem Armierungsgewebe bewehrt, damit sich Spannungen verteilen, statt zu einem Riss durchzuschlagen.
Handelskönig Panzergewebe 330 g/m², 100 cm breit: Armierungsgewebe aus E-Glas, alkalibeständig, weichmacherfrei, unverrottbar, Maschenweite 6,8 mm in der Kette und 5,5 mm im Schuss, Rolle 100 cm mal 25 m, innen und außen, nach Herstellerangabe vollflächig im oberen Drittel der offenen Armierungsmasse einlegen, Überlappung an Stößen mindestens 10 cm, an Fenstern und Türen zusätzlich diagonale Verstärkung. 54,90 Euro, Bewertung 4,5 aus 285, auf Lager (Produktdaten, Stand 16.09.2026).
Ein Oberflächenschutzsystem ist ein Wartungsbauteil: Witterung, Kohlendioxid, mechanischer Verschleiß und chemischer Angriff greifen es an, Haftverbundschwächen an befahrenen Flächen sind ein typisches Schadensbild. Prüfen Sie den Schutz in Abständen und erneuern Sie ihn, bevor er durchgeht.
Was der Aufwand bestimmt
Der Preis einer Betoninstandsetzung ist kein Quadratmeterpreis aus einer Liste. Er hängt an diesen Größen:
- Anteil der geschädigten Fläche: Punktuelle Abplatzungen kosten je Quadratmeter Bauteil mehr als eine zusammenhängende Schadfläche.
- Tiefe der Schadstelle und Zahl der betroffenen Bewehrungslagen.
- Zugänglichkeit: Über-Kopf-Arbeit, Gerüst und Tiefgarage mit laufendem Betrieb sind verschiedene Baustellen.
- Untergrundvorbereitung: Ausstemmen von Hand, maschinelles Abtragen, Hochdruckwasserstrahlen und Entsorgung des Ausbruchs.
- Verfahren: Handauftrag oder Spritzverfahren, punktuelle Reprofilierung oder flächige Querschnittsergänzung.
- Oberflächenschutz, Nachbehandlung und Bauzeit: Ein System, das mehrere Tage Feuchthalten verlangt, bindet Personal und Gerüst.
Rechengrundlage ist der Stundensatz, im Maler- und Instandsetzungshandwerk üblicherweise 50 bis 80 Euro je Arbeitsstunde. Der Quadratmeterpreis ergibt sich, wenn Sie den Stundensatz durch die Flächenleistung teilen. Die Flächenleistung ist eine Betriebsangabe; sie hängt von Schadensbild, Zugang und Routine des Kolonnenpersonals ab und wird am Objekt bestimmt. Für eine Rechnung, die ausdrücklich eine Annahme ist, setzen Sie 0,8 Quadratmeter je Arbeitsstunde an. Bei 50 bis 80 Euro je Stunde ergeben sich daraus 62,50 bis 100 Euro je Quadratmeter Schadfläche, ohne Gerüst, Oberflächenschutz und Material. Das ist eine Rechnung, keine Preisliste.
Die Grenze zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb: Punktuelle Abplatzungen an Balkonunterseiten, Fassadenflächen und Sockeln mit einer Bewehrungslage sind bei sauberer Ausführung handwerklich machbar. Sobald die Ursache unklar ist, ein Bauteil trägt, Wasser durchdringt oder mehr als eine Bewehrungslage betroffen ist, gehört die Planung in Fachhand.
Typische Fehler und ihre Folgen
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| Nur überstreichen, ohne Schadbeton zu entfernen | Der Mörtel haftet auf karbonatisiertem Beton nicht dauerhaft, die Abplatzung kehrt zurück | Schadbeton bis zum tragfähigen Kern ausstemmen |
| Senkrechte Ränder ohne Ausspitzung | Mörtelkeile geringer Dicke am Rand, Ablösung und Abscheren | Ränder allseits etwa 45 Grad ausspitzen |
| Bewehrung nur überbürstet | Restrost und Walzhaut verhindern den Verbund des Korrosionsschutzes | Bis auf den blanken Stahl entrosten, ringsum freilegen |
| Korrosionsschutz vergessen | Die Bewehrung korrodiert weiter, neue Abplatzung in wenigen Jahren | Korrosionsschutz nach DIN EN 1504-7 vollständig auftragen |
| Mörtel auf trockenen Untergrund aufgebracht | Der Untergrund entzieht Anmachwasser, die Haftung bricht ein | Mattfeucht vornässen, keine Pfützen stehen lassen |
| Unter etwa 5 Grad gearbeitet | Die Erhärtung stockt, Frost sprengt die junge Schicht | An wärmeren Tagen arbeiten, vor Nachtfrost schützen |
| Nachbehandlung weggelassen | Frühschwinden, Risse, Endfestigkeit unter dem Produktvermögen | Feuchthalten und abdecken, Dauer nach Herstellerangabe |
| Oberflächenschutz weggelassen | Karbonatisierung und Chlorideindringung laufen weiter | Nach der Reprofilierung ein System nach DIN EN 1504-2 aufbauen |
Fazit
Betoninstandsetzung ist eine Abfolge, nicht ein Produkt. Erst beurteilen Sie Schaden und Ursache, bei tragenden Bauteilen mit einem Planer. Dann folgt die Vorbereitung: ausspitzen, ausstemmen, Bewehrung freilegen, entrosten, Korrosionsschutz auftragen, Untergrund mattfeucht vornässen. Danach der passende Mörtel nach DIN EN 1504-3 in der zulässigen Schichtdicke, anschließend die Nachbehandlung und bei karbonatisiertem oder chloridbelastetem Beton der Oberflächenschutz nach DIN EN 1504-2. Wer die Reihenfolge einhält, saniert einmal.







