Dichte: Einheiten, Formel und Umrechnung

Die Dichte beschreibt, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt. Sie ist der Quotient aus Masse und Volumen und damit eine der wenigen physikalischen Größen, die im Alltag des Malerhandwerks täglich gebraucht werden — beim Umrechnen von Litern in Kilogramm, beim Vergleich von Gebindepreisen und beim Berechnen von Verbrauchsmengen.

Dieser Beitrag erklärt die Einheiten der Dichte, die Umrechnung zwischen ihnen und die Rechenwege, die in der Praxis gebraucht werden. Die begriffliche Abgrenzung zum spezifischen Gewicht steht im Beitrag Spezifisches Gewicht.

Was Dichte bedeutet

Die Dichte ist definiert als Masse geteilt durch Volumen:

Dichte = Masse / Volumen, ρ = m / V

Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm, ein Liter Blei etwa 11,3 Kilogramm. Beide haben dasselbe Volumen, aber eine sehr unterschiedliche Masse — genau das beschreibt die Dichte. Sie ist eine Stoffeigenschaft: Bei gleicher Temperatur und gleichem Druck hat jeder Stoff seine eigene Dichte.

Drei Merkmale gehören zur sauberen Angabe einer Dichte. Erstens die Einheit, denn ohne Einheit ist die Zahl nicht eindeutig. Zweitens die Temperatur, weil sich Stoffe bei Wärme ausdehnen und ihre Dichte dadurch sinkt. Drittens die Klarheit darüber, ob die Dichte eines kompakten Stoffes gemeint ist oder die eines Haufwerks mit Hohlräumen — dazu unten mehr.

Die Einheiten der Dichte

Die SI-Einheit ist Kilogramm je Kubikmeter (kg/m³). In der Praxis sind daneben g/cm³, kg/dm³ und kg/l üblich. Entscheidend ist, dass sich alle diese Einheiten mit dem Faktor 1000 ineinander umrechnen lassen.

Einheitin kg/m³in g/cm³verwendet für
kg/m³10,001Technik, Baustoffe, Bauphysik
g/cm³1.0001Laborwerte, Feststoffe, Metalle
kg/dm³ und kg/l1.0001Beschichtungsstoffe, Flüssigkeiten im Handel
g/l10,001Gase, Dämmstoffe, Schüttgüter
t/m³1.0001Erdmassen, Baustoffe in großen Mengen
lb/ft³16,01850,016angelsächsische Angaben

Zwei dieser Zeilen sind für das Handwerk die wichtigsten. Kilogramm je Dezimeter (kg/dm³) und Kilogramm je Liter (kg/l) sind dasselbe, weil ein Dezimeter genau ein Liter ist. Und kg/l ist zahlenmäßig identisch mit g/cm³: Eine Farbe mit der Dichte 1,5 g/cm³ hat auch 1,5 kg/l und 1.500 kg/m³. Es ist derselbe Wert in drei Schreibweisen.

Umrechnen zwischen kg/m³ und g/cm³

Die Umrechnung folgt aus dem Faktor 1000:

  • von g/cm³ in kg/m³: mit 1000 malnehmen (1,5 g/cm³ sind 1.500 kg/m³)
  • von kg/m³ in g/cm³: durch 1000 teilen (2.700 kg/m³ sind 2,7 g/cm³)

Die Merkregel lautet: g/cm³ ist die große Einheit, dort steht die kleine Zahl. Wer die Richtung verwechselt, verschiebt sein Ergebnis um den Faktor eine Million — der häufigste Fehler bei dieser Umrechnung.

g/cm³kg/m³Stoff als Beispiel
0,7700Benzin, Fichtenholz trocken
0,87870Terpentinersatz
1,01.000Wasser bei 4 Grad, bei 20 Grad etwa 998
1,21.200Epoxidharz
1,451.450Dispersionsfarbe im Gebinde
1,81.800Sand als Schüttgut, je nach Verdichtung
2,02.000Zementestrich, Gips
2,72.700Aluminium
7,857.850Baustahl
11,3411.340Blei

Dichte messen

Messen heißt bei der Dichte immer: zwei Größen bestimmen und einen Quotienten bilden. Für die Masse steht eine Waage zur Verfügung, für das Volumen gibt es je nach Form und Aggregatzustand mehrere Wege.

Masse und Volumen bestimmen

Für kleine Proben genügt eine Feinwaage, die in Schritten von einem Hundertstel Gramm wiegt: 9,99 Euro, 4,6 von 5 Sternen aus 22.742 Bewertungen (Produktdaten, Stand 12.09.2026). Das Volumen wird bei Flüssigkeiten in einem Messbecher mit Maßskala abgelesen; ein Becher mit einem Liter Inhalt und geprägter Skalierung kostet 5,75 Euro, geführt mit 4,7 von 5 Sternen aus 2.718 Bewertungen (Produktdaten, Stand 12.09.2026).

Wichtig ist die Reihenfolge: erst den leeren Becher wiegen, dann gefüllt, die Differenz ist die Masse der Flüssigkeit. Ein Liter Dispersionsfarbe wiegt je nach Produkt zwischen 1,3 und 1,7 Kilogramm — wer den genauen Wert braucht, liest das technische Merkblatt oder wiegt nach.

Unregelmäßige Körper: Wasserverdrängung

Bei Formen, deren Volumen sich nicht ausrechnen lässt, hilft die Wasserverdrängung. Der Körper wird in Wasser getaucht, das verdrängte Wasservolumen entspricht dem Volumen des Körpers. Für die Genauigkeit zählt, dass keine Luftblasen anhaften und dass der Körper vollständig eintaucht; schwimmende Materialien werden mit einem Gewicht beschwert. Wie sich die Dichte eines festen Körpers grundsätzlich einordnen lässt, steht unter Festkörper.

Flüssigkeiten: Aräometer und Pyknometer

Für Flüssigkeiten gibt es zwei übliche Wege. Ein Aräometer, auch Senkwaage oder Spindel genannt, schwimmt in der Flüssigkeit und zeigt die Dichte an der Skala — schnell, aber mit begrenzter Genauigkeit und nur für den Messbereich, für den es kalibriert ist. Genauer arbeitet das Wägen: Ein definiertes Volumen wird mit einer Waage bestimmt, die Temperatur wird notiert.

Fehlerquellen

Die häufigsten Messfehler sind Temperaturabweichungen, weil die Dichte temperaturabhängig ist, Luftblasen im Messgefäß, ungenau abgelesene Skalen und Messbecher, die nicht als Messgerät gebaut sind. Wer für ein Angebot oder Nachweis rechnen muss, notiert deshalb immer Temperatur und Vorgehen mit.

Dichte im Malerhandwerk

Liter und Kilogramm

Im Handel wird Farbe in Liter verkauft, gerechnet wird oft in Kilogramm — beim Transport, bei der Entsorgung und in Ausschreibungen. Die Umrechnung ist eine Zeile Rechnung:

Masse = Volumen × Dichte Volumen = Masse / Dichte

GebindeInhaltDichteMasse
Dispersionsfarbe10 l1,45 kg/l14,5 kg
Lack5 l1,05 kg/l5,25 kg
Wasser2,5 l1,0 kg/l2,5 kg
Terpentinersatz750 ml0,87 kg/l0,65 kg
Fassadenfarbe12,5 l1,5 kg/l18,75 kg

Die Werte für die Dichte sind Richtwerte; die verbindliche Zahl steht im technischen Merkblatt des Herstellers. Für die eigene Kalkulation genügt es, den Literpreis mit der Dichte zu multiplizieren, um den Kilogrammpreis zu erhalten — und umgekehrt.

Angebote vergleichen und Mengen rechnen

Die Dichte entscheidet mit, wie teuer ein Material wirklich ist. Ein Gebinde mit 10 Litern zum Preis von 45 Euro entspricht bei einer Dichte von 1,5 kg/l genau 15 Kilogramm Feststoff, also 3 Euro je Kilogramm. Ein anderes Produkt mit derselben Literzahl, aber geringerer Dichte, enthält weniger Masse und damit weniger Pigment und Bindemittel. Wer große Flächen beschichten muss, rechnet deshalb nicht nur Liter, sondern den Feststoffanteil.

Dieselbe Rechnung braucht, wer Entsorgung oder Transport kalkuliert: Abfälle werden nach Masse abgerechnet, angegeben ist aber das Volumen. Und wer Verdünnung ansetzt, arbeitet mit Volumenanteilen — die Dichte ist nur dann nötig, wenn daraus eine Masse werden soll.

Rohdichte von Baustoffen

Auch im Bauwesen ist die Dichte eine Kennzahl mit Folgen. Sie entscheidet über Gewicht und damit über Fracht, Hebezeug und Entsorgung, und sie sagt etwas über die Eigenschaften eines Baustoffs: Je geringer die Rohdichte, desto besser die Wärmedämmung und desto geringer die Druckfestigkeit.

BaustoffRohdichteHinweis
EPS-Dämmplatte15 bis 30 kg/m³Gewicht spielt bei Fracht und Entsorgung die Hauptrolle
Mineralwolle30 bis 100 kg/m³Platten und Filze, je nach Verdichtung
Porenbeton300 bis 700 kg/m³leichter Stein mit guter Wärmedämmung
Hochlochziegel1.200 bis 1.800 kg/m³je nach Lochanteil
Normalbeton2.000 bis 2.500 kg/m³Stahlbeton liegt am oberen Rand
Baumwollputz und Putzträger300 bis 900 kg/m³je nach Material und Schichtdicke
Baustahl7.850 kg/m³Berechnungen über den Querschnitt, nicht über das Volumen

Die Werte sind Richtwerte aus der Literatur; sie streuen je nach Zusammensetzung und Feuchte. Wer eine konkrete Menge für Fracht oder Entsorgung kalkuliert, rechnet mit der Angabe des Herstellers oder mit einem Mittelwert und weist die Annahme offen aus.

Dichte, Schüttdichte und spezifisches Gewicht

Drei Begriffe werden regelmäßig verwechselt.

Die Dichte einer kompakten Probe nennt man Reindichte. Ein Haufwerk aus Körnern, etwa Sand, Kies oder Putzmaterial im Sack, enthält Hohlräume zwischen den Körnern; die auf das Gesamtvolumen bezogene Dichte ist dann die Schüttdichte und liegt deutlich niedriger. Sand hat als Korn eine Reindichte von etwa 2,65 g/cm³, als Schüttgut aber je nach Körnung und Verdichtung nur rund 1,5 bis 1,8 g/cm³. Wer die Dichte von Sand mit 2,65 ansetzt, rechnet beim Volumen deutlich zu knapp.

Das spezifische Gewicht ist die auf Wasser bezogene Zahl — ohne Einheit. Die Dichte hat eine Einheit, das spezifische Gewicht nicht. Die Umrechnung und die Anwendung bei Beschichtungsstoffen stehen unter Spezifisches Gewicht, die Grundlagen unter Dichte.

einheiten der dichte

Häufige Fragen

Die SI-Einheit ist Kilogramm je Kubikmeter (kg/m³). Üblich sind außerdem g/cm³ und kg/dm³ beziehungsweise kg/l. Die letztgenannte Einheit ist im Handel mit Farben und Lacken die gebräuchlichste.

Indem der Wert mit 1000 multipliziert wird: 1,5 g/cm³ sind 1.500 kg/m³. Umgekehrt wird durch 1000 geteilt: 2.700 kg/m³ sind 2,7 g/cm³.

Ja. Ein Dezimeter ist ein Liter, und ein Gramm je Kubikzentimeter entspricht genau einem Kilogramm je Liter. Der Zahlenwert bleibt gleich, nur die Schreibweise ändert sich.

Masse gleich Volumen mal Dichte. Zehn Liter Dispersionsfarbe mit einer Dichte von 1,45 kg/l wiegen 14,5 Kilogramm. Umgekehrt gilt: Volumen gleich Masse geteilt durch Dichte.

Bei festen Körpern wird die Masse gewogen und das Volumen aus den Maßen gerechnet oder über die Wasserverdrängung bestimmt. Bei Flüssigkeiten wird ein definiertes Volumen gewogen oder mit einem Aräometer bestimmt. Zur Dichteangabe gehören immer die Temperatur und die Einheit.

Wasser hat bei 4 Grad Celsius seine höchste Dichte mit rund 1.000 kg/m³, also 1 g/cm³. Bei 20 Grad Celsius sind es etwa 998 kg/m³. Für Rechnungen im Handwerk wird meist mit 1 kg/l gerechnet.

Die Dichte ist Masse je Volumen und trägt eine Einheit. Das spezifische Gewicht ist die auf Wasser bezogene Verhältniszahl und ist dimensionslos. Zahlenmäßig stimmen beide überein, solange in kg/l oder g/cm³ gerechnet wird.

Weil sich Stoffe bei Wärme ausdehnen: Bei gleichbleibender Masse wird das Volumen größer, die Dichte sinkt. Deshalb gehört zu einer belastbaren Dichteangabe immer die Bezugstemperatur.

Fazit

Die Dichte ist ein Quotient mit einer einfachen Umrechnung: 1000 ist die Zahl, die zwischen g/cm³ und kg/m³ liegt. Wer diese eine Beziehung beherrscht, kann jede Angabe in die gebräuchliche Einheit bringen — und kg/l und g/cm³ sind ohnehin derselbe Wert.

Für die Praxis zählt mehr als die Formel. Liter und Kilogramm sind nur bei Wasser gleich; Dispersionsfarbe wiegt rund das Eineinhalbfache. Wer Mengen, Transport, Entsorgung oder Gebindepreise rechnet, kommt an der Dichte nicht vorbei — und wer die Dichte selbst bestimmen will, braucht eine Waage, ein Messgefäß und eine Notiz zur Temperatur.

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