Ausfugen ist die praktische Arbeitstechnik, die über das saubere Erscheinungsbild und die Funktionalität einer Fuge entscheidet – unabhängig vom verwendeten Material. Dieser Beitrag erklärt die Technik selbst, wichtige Verarbeitungsschritte und typische Fehler, die sich erst nach dem Aushärten zeigen.
Was bedeutet Ausfugen?
Ausfugen bezeichnet den handwerklichen Vorgang, eine Fuge mit Fugenmasse (siehe Fugenmasse) oder Dichtstoff (siehe Dichtstoffe) vollständig, blasenfrei und mit sauberer Oberflächenkontur zu füllen. Anders als die Materialauswahl selbst ist Ausfugen primär eine Frage der Werkzeugführung und Verarbeitungstechnik.
Der Glattstrich als entscheidender Schritt
Nach dem Einbringen der Fugenmasse wird die Fuge mit einem Fugenglaetter oder angefeuchtetem Finger in einem durchgehenden Zug geglättet – mehrfaches Nachbessern an derselben Stelle führt zu sichtbaren Übergängen und Unregelmäßigkeiten in der Oberflächenstruktur, die nach dem Aushärten nicht mehr korrigierbar sind.
Wo saubere Ausfugetechnik entscheidend ist
Fliesenfugen im Sichtbereich
Bei großflächigen Fliesenspiegeln fällt jede Unregelmäßigkeit in der Fugenoberfläche sofort ins Auge – eine konsequente, gleichmäßige Werkzeugführung ist hier besonders wichtig.
Bewegungsfugen an Fassaden
Bei elastischen Dichtstofffugen muss die Kontur exakt konkav (leicht eingezogen) ausgeführt werden, damit sich die Fuge bei Bewegung gleichmäßig dehnen kann, ohne an den Rändern zu reissen.
Mauerwerksfugen bei Sichtmauerwerk
Bei historischem oder neuem Sichtmauerwerk bestimmt die Fugenform (glatt, konkav, erhaben) maßgeblich das architektonische Erscheinungsbild und muss durchgängig einheitlich ausgeführt werden.
Richtige Ausführung
- Abkleben vor dem Ausfugen: Angrenzende Flächen schützen, um saubere Kanten ohne Nacharbeit zu erreichen
- Glattstrich in einem Zug: Keine mehrfachen Korrekturen an derselben Stelle vornehmen
- Werkzeug feucht halten: Verhindert Anhaften der Fugenmasse am Fugenglaetter und ermöglicht eine glattere Oberfläche
- Überschüssiges Material zeitnah entfernen: Nach dem Anziehen, aber vor der Vollaushärtung, um Nachreinigung zu erleichtern
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Ausfugen vs. Fugenmasse
Fugenmasse (siehe Fugenmasse) ist das Material selbst, Ausfugen die handwerkliche Tätigkeit der Verarbeitung – beide beeinflussen gemeinsam das Endergebnis, aber unabhängig voneinander.
Ausfugen vs. Abdichtungen
Abdichtungen (siehe Abdichtungen) umfassen das gesamte System zum Feuchteschutz, während Ausfugen sich spezifisch auf die handwerkliche Ausführung einzelner Fugen bezieht.
Sicherheit, Lagerung und Entsorgung
Arbeitsschutz
Beim Anmischen von Zementfugenmassen entsteht Staub und ein alkalisches Milieu – Handschuhe und bei längerer Verarbeitung Staubmaske tragen. Bei elastischen Dichtstoffen die Sicherheitshinweise des jeweiligen Produkts beachten.
Lagerung
Fugenwerkzeuge trocken lagern, Fugenmasse nach Herstellerangabe frostfrei aufbewahren.
Entsorgung
Ausgehärtete Fugenmassereste über den Bauschutt, flüssige Reste über die Schadstoffsammelstelle entsorgen.

Häufig gestellte Fragen
Warum sollte ich beim Glattstrich nicht mehrfach nachbessern?
Mehrfache Korrekturen an derselben Stelle führen zu sichtbaren Übergängen, die nach dem Aushärten nicht mehr korrigierbar sind.
Warum ist die Fugenkontur bei Bewegungsfugen so wichtig?
Eine konkave Kontur ermöglicht gleichmäßige Dehnung bei Bewegung, ohne dass die Fuge an den Rändern reißt.
Muss ich vor dem Ausfugen abkleben?
Empfehlenswert, um saubere Kanten ohne aufwändige Nacharbeit zu erreichen.
Was ist der Unterschied zu Fugenmasse?
Fugenmasse ist das Material, Ausfugen die handwerkliche Tätigkeit der Verarbeitung.
Wann sollte ich überschüssiges Material entfernen?
Nach dem Anziehen, aber vor der Vollaushärtung – das erleichtert die Nachreinigung erheblich.
Wie entsorge ich Reste von Fugenmasse?
Ausgehärtet über den Bauschutt, flüssige Reste über die Schadstoffsammelstelle.




